Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Tatort Schule: Köln-Volkhoven

 

Tatzeit: 11.Juni 1966, 9°°Uhr

Täter: Walter Seifert 

Tat: Mit einem selbstgebauten Flammenwerfer Anschlag auf Schüler.

Fazit: Viele Kinder hatten Verbrennungen, acht starben daran,  zwei Lehrerinnen starben durch eine Lanze.

Kurzbericht:

Walter Seifert, ein 42 jähriger Frührentner, psychisch krank, ging mit dem Flammenattentat von Volkhoven in die deutsche Kriminalgeschichte ein. Er fühlte sich von Behörden ungerecht behandelt und beschloss aus diesem Grund, seine ehemalige Schule, mit einem selbstgebauten Flammenwerfer sowie einer selbstgebastelten Lanze auf zu suchen und dadurch auf sich aufmerksam zu machen.

Am 11. Juni 1966 überfiel er eine Schulklasse nachdem er zuvor auf dem Schulhof bei einer Gruppe von Kindern, die dort ihren Turnunterricht abhielten, den Flammenwerfer einsetzte. Kinder liefen brennend um die Schulbaracke um sich in Sicherheit zu bringen.

In den Schulklassen nahmen einige der Kinder wahr, dass ihre Mitschülerinnen auf dem Schulhof mit hellen, bunten Kränzen um ihren Kopf wild durcheinander liefen, aber sie konnten es im ersten Moment nicht mit Feuer in Zusammenhang bringen. Erst als der Attentäter zu einer Klasse ging und dort ebenfalls das Feuer auf die Kinder hielt, wurde ihnen bewusst, dass sie in Gefahr waren. Eine Schülerin erzählte später sie habe Glück gehabt, weil sie indem Moment unter ihrem Pult etwas aufheben wollte, so sei der Feuerstrahl über sie hinweggegangen. Panik brach aus, Kinder liefen schreiend und brennend durcheinander, Lehrerinnen die sich dem Attentäter entgegenstellten wurden mit der Lanze von ihm niedergestochen.

Insgesamt wurden 28 Kinder von Brandwunden schwer verletzt, wovon acht starben. Zwei Lehrerinnen, darunter auch seine ehemalige Klassenlehrerin wurden durch die Lanzenstiche getötet.

Als Polizei und Feuerwehr eintrafen flüchtete der Amokläufer in ein angrenzendes Feld, nachdem er ein hochwirksames Pflanzenschutzgift in Form einer Kapsel zu sich nahm. Polizisten die ihm nachstellten trafen ihn mit einem Schuss und er wurde in eine Klinik gebracht, wo er an seiner Vergiftung verstarb.

Persönlich

Es war ein schreckliches Drama, das mich persönlich betraf, denn in diese Schule gingen  5 Cousinen und Vetter von mir. Meine Patentante und mein Onkel waren erst kurze Zeit vorher nach Heimersdorf gezogen und diese Schule war für ihre Kinder zuständig. Sie hatten großes Glück, denn nur eine meiner Cousinen war leicht verletzt.

Meine Tante erfuhr es, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe durch eine andere Mutter deren Tochter die gleiche Schule besuchte. Sie rannte voller Sorge in Richtung Schule um zu sehen was mit ihren Kindern war. Von allen Seiten strömten Mütter und Väter herbei. Das Chaos die verbrannten Körper, all das prägte sich ihnen ein. Ihre Kinder verloren Freundinnen und Freunde bei dem Massaker oder mussten den langen schmerzhaften Heilungsprozess  miterleben. Sie haben das Attentat bis heute nicht vergessen, ich glaube nicht mal richtig verarbeitet. Die Seele leidet immer am längsten.

Liebe Grüße Elke

 

Wenn Du genaueres wissen möchtest klicke den Link an.

         Chronik der Ursula Kuhr Schule/Attentat

 

Literaturempfehlungen:

Anja Bach: Das Attentat von Köln-Volkhoven. In: Heimersdorf – Vom Hof zum Kölner Stadtteil. Herausgeber Geschichtswerkstadt des Bürgerzentrums Chorweiler, 1997

Barbara Peter: Das Herz der Stadt stand still. Das Flammenwerfer-Attentat von Köln-Volkhoven. SH-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89498-144-X

 

Bilder:

Gräber der 8 getöteten Kinder

Dorothea Binner, Renate Fühlen, Ingeborg Hahn, Ruth Hoffmann, Klara Kröger, Stephan Lischka, Karin Reinhold und Rosel Röhrig erlagen ihren schweren Verletzungen.

 

Raum

Klassenzimmer von Frl. Schweden nach dem Attentat

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Eine Antwort

  1. Svenja

    Davon hab ich noch nie gehört. Nun ja, bin ja auch erst wenige Jahre später geboren. Wenn ich da an die letzten aus TV bekannten Schulmassaker, beispeilsweise Leipzig, zurückdenke, war das von Köln aber nicht weniger harmlos.

    12. März 2008 um 15:38

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