Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Zum Ausklang der österlichen Zeit…

 

 

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Woher kommt eigentlich der Osterhase?

Gesehen bei Osterstadt

eingeschickt von Marlies Klön

Eine interessante Frage, aber sicher nicht die einzige in bezug auf den Osterhasen, der übrigens den wissenschaftlichen Namen lepus europaeus osteriensis trägt. Obwohl der Osterhase zur wichtigsten Figur des deutschen Osterfestes wurde, ist er nach wie vor ein unbekanntes Wesen.

Zoologen und Wissenschaftler sind sich noch nicht einmal einig, ob er die Eier nun legt oder ob er sie nur sammelt. Leider ist man dabei weitgehend auf unqualifizierte Einzelaussagen angewiesen. Das ist ähnlich wie bei Nessie oder den Ufos: immer wieder einmal schwört jemand Stein und Bein, dass er sie gesehen hat. Tatsache ist, dass es noch nicht einmal Heinz Sielmann oder Professor Grzimek gelungen ist, den Osterhasen beim Eierlegen zu filmen. Einige Forscher schließen daraus, dass der Osterhase die Eier in unterirdischen Großraumhöhlen legt und anschließend in mühevoller Kleinarbeit bemalt. Die meisten jedoch vertreten die These, dass er sie nur sammelt und dann bemalt. Wie das Tier auf diese merkwürdige Verhaltensweise gekommen ist, bleibt allen ein Rätsel.

Einige Verhaltensforscher vermuten, dass es sich dabei um eine besonders raffinierte Form des Paarungsverhaltens handelt. Sollte der Osterhase die bunten Eier tatsächlich dazu benutzen, seine Partnerin anzulocken und zu umwerben? Dann wären die Ostereier lediglich ein Abfallprodukt des Sexualverhaltens von Lepus europaeus osteriensis. Eine ernüchternde Vorstellung. Oder sammelt der Osterhase die Eier lediglich als Wintervorrat? Wozu aber dann die teilweise recht kunstvolle und aufwendige Bemalung?

Weitgehend ungeklärt ist auch die Frage, wie der Osterhase den Rest des Jahres verbringt, wenn er die vielen schönen Ostereier an den Mann gebracht hat, beziehungsweise, wenn er sie für die Kinder versteckt hat. Auf unsere Anfrage bestätigte uns die zoologische Fakultät der Universität der Osterinseln die Vermutung, dass Osterhasen den Rest des Jahres damit verbringen, Nachkommen zu zeugen, zu gebären und sie dann zu guten Osterhasen auszubilden. Das heißt, sie müssen lernen, die Eier nach alter Hasentradition zu bemalen. Dennoch bleiben viele Fragen offen.

Aber mal im Ernst: Es ist wirklich nicht exakt auszumachen, wer den Osterhasen erfunden hat und wann das war. Die älteste Quelle, die von einem eierlegenden Hasen berichtet, stammt aus dem Jahre 1682. Damit wissen wir eigentlich immer noch nicht viel mehr. Nur, dass der Osterhase lediglich 300 Jahre alt ist. Und das ist nicht viel. Doch auch davor gab es schon einige eierlegende und -bringende Fabeltiere, wie den Kranich, Storch, Fuchs, das Lamm oder die Himmelshenne. Sie alle hat der Hase ziemlich radikal als Ostereier-Leger verdrängt.

Wie konnte es dazu kommen? Nun die einfachste Erklärung könnte sein, dass man dem Fruchtbarkeitssymbol "Ei" ein weiteres, den "Hasen" beigegeben hat. Genauso simpel ist die Erklärung für die Existenz des Osterhasen, dass Kinder um die Osterzeit herum häufig Hasen auf den Feldern sehen können. Das ist nun doch zu einfach, denn der Hase spielt immerhin in Mythologie und Volksglaube schon seit Jahrtausenden eine große Rolle. So wird dem Mondtier Hase bereits im chinesischen Kalender die Tag- und Nachtgleiche des Frühlings zugeordnet. Auch im europäischen Kulturkreis war er schon immer eine wichtige Figur. Im griechisch-römischen Altertum war er seiner Fruchtbarkeit wegen der Liebesgöttin Aphrodite als heiliges Tier geweiht. Aus dem selben Grund galt er allerdings im christlichen Mittelalter als unkeusches und damit unreines Tier. Andererseits hatte er für die Christen noch einen ganz anderen Symbolcharakter: So war er im frühen Christentum das Symbol für den Heiden, der sich dem Christentum zuwendet. Schließlich hat man dem Hasen auch Magisches zugetraut: Nach dem "Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens" ist er für fast jeden Zauber gut. Man denke nur an die glückbringende Hasenpfote als Amulett.

Doch zugegeben, dies alles erklärt noch nicht die Wandlung des Hasen zum Osterhasen. Eine plausible, aber ebenfalls recht unromantische Erklärung versuchten einige Brauchtumsforscher, als sie folgende Hypothese aufstellten: Im Mittelalter wurden zum Osterfest Gebildbrote in Form eines Lammes gebacken. Wir erinnern uns, das Lamm ist ein sehr altes christliches Symbol. Ethymologen glauben nun, dass einige zeichnerisch Unbegabten ihr Lamm so mißlang, dass es eher der Form eines Hasen glich. Wie dem auch sei, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte der Osterhase bereits große Verbreitung gefunden, insbesondere in Norddeutschland war er überall bekannt. Einen weiteren Sprung in der Hitliste nach oben machte der Osterhase, als um die Jahrhundertwende die Glückwunschkarte aufkam. Durch sie wurde er regelrecht zum Star. Er wurde mindestens so häufig abgebildet wie der Weihnachtsmann. Noch beliebter wurde er dann durch die Erfindung der Schokoladeneier, die geradezu seine Domäne sind. Heute ist jedenfalls der Osterhase eine der beliebtesten Kinderfiguren.

Herzliche Grüße Elke

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