Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Fast nichts Neues… (KtgB)

 

Heute in einigen Stunden ist es wieder so weit. Termin in der verhassten Klinik in der mein ganzes Übel  begann, an der die Ärzte an uns herum experimentierten, bis sie uns endlich krank gemacht haben. Ich schreibe bewusst „uns krank gemacht haben“ denn ich bin nicht die Einzige. Mit 5 Frauen, die zusammen mit mir dort die Chemo und weitere Behandlungen aufgezwungen bekamen. Aufgezwungen, weil nicht die richtige Aufklärung statt fand. Wir wurden hinein gezwungen mit den Worten; ‚sie wollen doch wieder ganz Gesund werden; ‘ Natürlich wollten wir wieder ganz gesund werden, also taten wir alles was uns in diesem Brustzentrum gesagt wurde, mit einer aus heutiger Sicht, kindlichen Naivität. Wir haben aber auch den Fehler gemacht nicht immer und immer wieder nach zu haken, warum wir alles nach der Chemo an Behandlungen mit machen sollten, wo wir doch laut den begleitenden Untersuchungen Krebsfrei  waren. Die begleitenden Untersuchungen wurden nicht in dieser Klinik sondern in Spezialpraxen vorgenommen und bewiesen in meinem Fall, dass ich nach der OP zu 100% Krebsfrei  war. Doch hieß es lapidar in der Klinik, die Bestrahlung gehört vorbeugend zur Behandlung, genauso wie die anschließende Herzeptin Infusionen. Was blieb uns anderes übrig, wie oft habe ich schon von meinem Arzt schon vorbeugende Medikamente bekommen und immer machten sie Sinn, aber das hier machte keinen Sinn. Es machte uns unheilbar krank. Eine Frau, mit der ich mich besonders angefreundet habe leidet genau wie ich darunter, dass ihre Lunge und ihre Bronchien durch die Bestrahlungen krank gemacht wurden, irreparabel, nicht wieder zu regenerieren. Mir kam dann noch die große Ehre zu teil, eine Herzeptinbehandlung zu bekommen und gleich nach der 2. Infusion stellten die Ärzte fest, dass sie das Herz angegriffen hatten und stellten die Infusionen ein – zu spät. Manch einer mag mich ja für nachtragend halten, aber ja ich bin nachtragend wenn man mir meine Organe krank macht, mich so krank macht, dass ich nichts mehr machen kann. Nichts was jeder andere Mensch, der eine vernünftige Nachbehandlung bekommen hat machen kann. Ute hat noch Glück gehabt, sie bekam keine Herzeptin Infusionen, ihr Herz ist gesund geblieben, aber ihre Bronchien sind genauso krank therapiert wie meine. 2 von uns 5 Frauen die sich etwas angefreundet hatten wurden als geheilt entlassen und starben noch im letzten Jahr. Die eine war übersät mit Metastasen (in der Brustklinik nicht erkannt) die 2te hatte ihre Lymphknoten von Krebs zerfressen (in der Brustklinik nicht erkannt). Beide hätten laut den Kliniken in denen sie anschließend waren bei Erkennung eine gute Chance gehabt zu überleben, aber es wurde in der Brustklinik ja nichts festgestellt, nein sie waren als geheilt entlassen worden. Eine starb nach 4 Monaten, die andere nach ca. 6 Monaten. Neuerkrankten kann ich nur den Rat geben sich umfangreich über die Brustkliniken zu informieren. Als Negativ – Beispiel kann ich nur das Brustzentrum in Bergisch Gladbach benennen. Vielleicht ein wenig aus Bequemlichkeit bin ich dort gelandet, denn in der Klinik in der meine OP stattfand sagte man mir gleich ich solle nach Köln fahren, das Brustzentrum sei wirklich gut und sie würden schon lange Jahre mit ihnen zusammen arbeiten. Aber auch wenn ich in Köln wohne, so war Bergisch Gladbach näher und ich dachte auch daran, wie ich nach den einzelnen Chemos wieder nach Hause kommen sollte. Eine einzige Fehlentscheidung, die mich krank gemacht hat. Im Nachhinein, weiß ich von vielen anderen Brustzentren, die ihre Krebspatienten wirklich gesund therapiert haben. Eine Liste habe ich zur Verfügung für den Großraum Köln. Nun die 5te in unserem Kreise klagte zwischendurch über heftige Schmerzen in der Achselhöhle, fuhr dann zu einer Spezialklinik in die Eifel, danach haben wir nichts mehr von ihr gehört. Natürlich gibt es auch Frauen, die in dieser Klinik waren und als „geheilt“ entlassen worden sind und solange wir Kontakt zu ihnen hatten auch Beschwerdefrei  waren. Sollte ich eine Statistik aufstellen sähe es für diese Klinik aber sehr bitter aus. Man sollte eigentlich nicht nachtragend sein, aber wie ich bereits oben schrieb ist das nicht möglich, weil ich jeden Tag aufs Neue mit meiner Situation konfrontiert werde. Jeden Tag den Gott geschaffen hat, kann ich nicht raus, kann nicht einkaufen gehen, kann keine Verabredungen treffen und die Härte muss immer wieder meine Arzttermine verschieben weil ich nicht in der  Lage bin sie wahrzunehmen. Nun ja also für mich der reinste Horror wenn ich mal wieder zum Portspülen hingehen muss, wie heute. Allerdings gibt es etwas, dass es mir heute leichter macht, und das ist das Gespräch mit der einzig kompetenten Ärztin, zu der ich auch ein wenig Vertrauen habe, wegen meiner Reha. Die Ärztin muss zuerst meine Krankenkasse anschreiben, damit ich überhaupt den Antrag stellen kann. Irrwitz, aber so ist es. Danach bekomme ich erst von der Krankenkasse einen Antrag auf Reha zugeschickt den ich dann wiederum ausfüllen muss, dann wird (natürlich) der Antrag nach dem er ein bis zwei Monate bei dem Sachbearbeiter gelegen hat mit positiven Bescheid zurückgeschickt. Es ist wirklich schlimm mit der Bürokratie. Ich weiß noch nicht mal ob das alles ist weil letztendlich der Versicherungsträger für die Kosten einer Reha aufkommt. Na ja, morgen leiere ich alles an und werde mich auch schon mal im Vorfeld bei der Klinik, die ich mir ausgesucht habe melden, denn ich würde gerne Mitte Juli meine Reha machen. Jetzt bin ich doch wieder hellwach nachdem ich den ganzen Abend verschlafen habe. Da ich aber nachher einigermaßen Fit sein muss, damit auch alles klappt, so wie ich es mir vorstelle, werde ich gleich eine Beruhigungstablette nehmen, die wirkt bei mir nach 1 bis 2 Stunden einschläfernd. Das tue ich zwar äußerst ungern, denn ich hasse mittlerweile Medikamente in jeder Form – aber der Not gehorchend, werde ich es tun. Ich wünsche Euch noch einen schönen Donnerstag.

Herzliche Grüße Elke

 

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2 Antworten

  1. Elke

    Danke liebe Prema,
    ja, es ist so, wie Du es sagst. Wir werden in der heutigen Zeit oft missbraucht, damit der "Medizinmann" seine Mittelchen erproben kann. Dazu habe ich nein gesgt. Ute, von der ich geschrieben habe hat an einer Studie teilgenommen und der haben sie was weiss ich für Medizin gegeben. Mehr Bestrahlungen als ich sie bekommen habe. Nicht nur das Ihre Lunge und Bronchien gelitten haben, nein sie hat die vielen Bestrahlungen bekommen auch noch da, wo man als Laie schon sehen konnte, dass ihre Haut an den Stellen schon verbrannt war. Die Bestrahlungen bekommt man ja täglich. Meine Haut wurde auch leicht rissig, aber bei ihr meinst du du fühlst über eine ausgetrocknete Landschaft. In den Kliniken in denen die 2 Frauen waren hat man ihnen schriftlich gegeben, dass sie durch die Therapie erst richtig krank wurden und dann wie Du weisst verstarben. Ic habe meine Krankenkasse angerufen habe gefragt wie es kommt, das so viele Menschen krank therapiert werden und sie fragten mich gleich ob ich in Bergisch Gladbach im Brustzentrum war – von dort hätten sie schon öfters Negatives gehört. Frage ich mich, warum sperren die Kassen solche Kliniken nicht oder warnen ihre Mitglieder wenigstens davor. Du kennst es doch von Dir, Du bist auch sehr krank und warst für jede Hilfe dankbar, da hinterfragt man anfangs rein garnichts, denn man hat Angst und geht auf alles ein, weil es ja eine Fachabteilung ist. Aber so etwas passiert Dir genauso gut in jeder anderen Fachrichtung. So weiss ich zum Beispiel von einem Zahnarzt der seinem Patienten 7 Zähne – nacheinander gezogen hat. Als der 7. gezogen war sagte die Sprechstunde doch (kack) frech zu diesem Mann; \’So nun haben wir aber den Übeltäter.\‘ Das ist nicht mehr normal, oder wie siehst Du das. Er hat Anzeige erstattet, wobei der Prozess jetzt schon ins 3. Jahr geht. Weisst Du liebe Prema, ich bin normaler weise ein Mensch der sich sagt geschehen ist geschehen und der es dann auch vergessen will, aber wie, wenn man Tag für Tag beim Aufstehen massiv daran erinnert wird. Weißt Du ich muss als erstes meine Medikament nehmen, dann eine halbe Stunde warten weil es mir halt dadurch sehr schlecht geht. Dann gehe ich ins Bad und wasche mich, in der Angst du kommst nicht mehr zurück ins Wohnzimmer. Ein wenig Staubwischen oder gar Saugen geht nicht. Ich habe die Kraft nicht mehr. Wenn ich mal koche brauche ich die 4 fache Zeit wie normal, weil ich selbst da immer wieder Pause machen muss. Dann setze ich mich vor meinen PC oder Laptop und kann zeitweise nicht mal tippen, weil meine Hände mir nicht gehorchen. So geht es mir am ganzen Körper, aber damit komme ich schon klar. Manchmal habe ich Zuckungen in den Armen und Händen, da schütte ich mir meinen Kaffee über den Körper oder wenn ich Suppe mit der Kelle auf einen Teller geben will zuckt mein Arm und die ganze Küche ist voll. Gott sei dank habe ich das immer seltener, aber es ist da, kann immer und überall (wenn ich mal essen gehe mit der Familie) ohne Anmeldung geschehen. Das ist es was mich so betroffen macht. Die Luft geht im Moment, aber nur durch Medikamente die Nebenwirkungen auf alle Organe haben. Sogar auf das nicht zu ersetzende Organ Bauchspeicheldrüse. Die Schmerzen sind zeitweise kaum auszuhalten. Aber Gott sei Dank auch nicht immer da. Ach ich könnte noch sovieles aufzählen, aber ich kann es selber nicht mehr hören. Muskelschwund ist auch so eine Sache – ein Kreislauf. Meine Muskeln bilden sich zurück, weil ich nicht großartig laufen kann durch die Luft, aber ich muss laufen, damit meine Muskeln sich wieder aufbauen können. Mein Gewicht mit 46 Kilo bei 1 Meter 68 Größe ist ein Witz und entsprechend meine Kraft. Doch weißt Du was gut ist? Ich bin eine Rheinische Frohnatur und sehe trotz allem positiv in die Welt. Freue mich am Leben, erlebe Schönes viel bewußter als andere und Gott hat mir die Gabe gegeben immer ein offenes Ohr für andere zu haben und sie positiv zu stimmulieren. So, meine Liebe, ich hoffe Du kommst mich auch noch besuchen, wenn Du auch nicht mehr den Spaces weiterführen willst. Du bist ein gern gesehener Gast bei mir. Nochmal alles Gute für Deine weiteren Schritte. Sei mal einfach ganz lieb umärmelt…
    Herzlich Grüße Elke

    27. März 2008 um 11:16

  2. Prema

    Liebe Elke
    Das hört sich wie ein Horrorbuch an. "Krank therapiert" da fehlen einem einfach die Worte.
    Gut, man hat viel von Ärzte Fehlern, Ärzte Pfutsch gelesen aber sie noch für einzelfälle gehalten.
    Die Ärzte sind schliesslich auch nur Menschen und nicht Gott aber dass in letzter Zeit auch Bücher darüber erscheint: "Eine Gesellschaft wird krank therapiert" "Wir werden krank operiert" "Wie man zum Patienten gemacht wird"  ist sehr erschreckend und sagt doch viel aus.
    Möglicherweise sind wir alle nichts weiter als Versuchskaninchen für den Medizin.
    Hinterher weißt man oft Bescheid, was man hätte nicht tun sollen, wohin man hätte nicht gehen sollen aber
    das weiß man eben nicht vorher. Ausserdem weiß man auch nicht, ob man woanders nicht schlimmer therapiert worden wäre….Vielleicht wäre es Dir woanders ebenso ergangen, wie die beiden Damen, die als "gesund" entlassen worden  und kurz danach gestorben sind, wer weiß das schon?
    Mir fehlen einfach die Worte oder etwas Positives darüber zu sagen. Es ist zwar kein Trost aber die ganze Gesellschaft wird kramk therapiert und zu Patienten gemacht. Man darf nicht ein mal trauern, Gefühle haben und zeigen, ohne man gleich "Therapie bedürftig" ist, keine Auffälligkeiten haben, keinen Schmerz, ohne man gleich
    medizinisch behandelt wird, man überlässt nichts mehr dem Körper, der Zeit und der Natur.
     
    Ich wünsche Dir trotz alledem alles Gute alles Liebe und dass Du annimmst, was nicht zu ändern ist und Dich nicht unnötig quälst. Dein Leben kann eben nicht mehr wie früher sein, alles grübeln darüber wird Dir nur an Kräften zehren, die Du dringend brauchst. Sei ganz lieb umarmt und gegrüßtt. Liebe Grüße
     
    "Lieber Gott,
    Gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die in meine Macht stehen,
    Gib mir die Gelassenheit, anzunehmen, was nicht zu ändern ist
    Und die Unterscheidungskraft, eines vom anderen zu trennen"
    Dieses jüdische Gebet, die ich frei zitiert habe weil ich es nicht auswendig kenne aber den Inhalt,
    ist mit Sicherheit sehr sehr viel wert. Kennst Du bestimmt auch, wenn nicht, suche ich gerne danach…..

    27. März 2008 um 09:41

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