Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Wirklich Freunde?… (KtgB)

 

 

 

Wirklich Freunde?

Hab vielen Menschen schon vertraut,
auf viele Leute als Freunde gebaut.

War immer da für sie,
mit Problemen verschonten sie mich nie.

Dann kam die Zeit,
in der es war bei mir soweit.

Mir ging es nicht gut,
doch nur wenige Freunde machten mir Mut.

Viele meiner „Freunde“ wollten mich nicht mehr kennen,
sahen mich jetzt auf einmal als Fremden.

Viele, die sich Freunde nannten,
mich in meiner Not nicht mehr kannten.

Gelernt habe ich daraus.
Ich suche mir meine Freunde jetzt besser aus
.

~ Unbekannt ~

 

 

Dieses Gedicht ist mir wieder eingefallen, nachdem mich in dieser Woche meine gewesene „Beste Freundin“ anrief, erst gar nicht gefragt hat wie es mir geht, sondern gleich erzählte, dass sie nicht mehr mit ihrem Partner nicht mehr zusammen ist und das sie einen neuen Anbieter und somit eine neue Telefonnummer hat, die sie mir geben wollte. Unsere Freundschaft endete genau an dem Tag an dem ich erfuhr, dass ich Krebs habe. In meiner Angst wollte ich es ihr gleich sagen und hoffte sie könnte mich ein wenig trösten. Also rief ich sie an und was von ihr kam war; du Elke, ich habe jetzt keine Zeit wir wollen auf die Rheinwiesen grillen gehen. Wir können später mal darüber reden bis mir nicht bös… aber bei diesem schönen Wetter…‘

Das war wie ein Schlag ins Gesicht für mich. Hätte sie den anderen nicht sagen können meine Freundin hat ein Problem, können wir nicht 10 Minuten später gehen. Noch schlimmer hat mich getroffen, dass sie mich in den vorangegangenen Monaten wie oft mitten in der Nacht anrief wegen Liebeskummer und ich immer für sie da war obwohl ich Ärger mit meinem Mann bekam wegen der nächtlichen Anrufe. Ich schrieb ihr dann eine Mail, sie sei egoistisch, bei Gott keine Freundin und ich wolle nichts mehr von ihr hören. Die Antwort auf die Mail, sie könnte verstehen, dass ich in meiner Situation so eine Mail geschrieben habe und sie würde mir verzeihen. Wie bitte? Was gibt es da zu verzeihen?

Nun ja, heute hat sie wieder angerufen und oh Wunder mal gefragt wie es mir geht. Ich erzählte ihr kurz, das ich bereits zum 2. Mal operiert sei und vielleicht bald nochmal operiert werden müsse, weil mein ganzer Bauch- und Unterleibsbereich entzündet sei was sich aber erst nach einigen Untersuchungen ergeben würde. Da meinte sie leicht irritiert, aber sie haben dich doch schon operiert. Ich erklärte ihr kurz dass ich Brustkrebs hatte und die 2. OP mehr im unteren Bereich gewesen sei und wenn sich bei den Untersuchungen herausstellt, das die Entzündungen von einem weiteren Krebsherd kommen ich halt ein 3. Mal operiert werden müsse. Sie wusste nicht einmal, dass ich Brustkrebs hatte.

Nun ist sie alleine und hat wieder Zeit mit mir zu telefonieren! Ich bin kein nachtragender Mensch, habe ihr nochmal meine Addi gegeben, damit wir wieder gemeinsam im Chat reden können, aber einen faden Geschmack im Mund werde ich wohl immer haben und vergessen kann ich ihr das auch nicht – vergeben ja – aber nicht vergessen.

Herzliche Grüße Elke

   

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3 Antworten

  1. Andrea

    Liebe Elke,
     
    auch ich kann mich Kersin und Monré nur anschließen. Ergänzen möchte ich nur noch, daß man die schlimmen Dinge im Leben ohnehin alleine durchstehen muß. Das Gespräch mit den Freunden, von denen auch ich einige habe, hält nicht lange vor, und irgendwann ist man wieder allein mit seinem Kummer. Aber ich weiß, daß Du eine sehr starke Frau bist, und ich lese wenn ich Dich besuche, immer die herzlichen Kommentare die Du bekommst, und auch sie geben Kraft, machen Mut und Hoffnung. 
     
    Und schliepßlich hast Du hier ja auch einige Freunde gefunden die da sind, wenn auch manchmal vielleicht auf Anruf, aber es mögen Dich unendlich viele Menschen von Herzen und dieser Schatz wird Dir durch einen unüberlegten oder ängstlichen Menschen nicht genommen. Schließlich bist Du eine reiche Frau, nicht unbedingt an irdischen Gütern, sondern an Liebe und Freundschaft. Und Du kannst vergeben.
     
    Andrea   

    7. Mai 2008 um 01:50

  2. Mon

    Liebe Elke,
    eigentlich brauche ich gar keinen Kommentar zu schreiben, denn was Kerstin geschrieben hat trifft es auf den Punkt.
    Wenn es dir gut geht, hast du immer viele "Freunde", aber erst in Krisenzeiten, wirst du feststellen, wer wirklich zu dir hält, wer dir zuhört, wer deine Hand hält und mit dir weint. Aber es ist auch so, dass sich Freunde zurückziehen, weil sie hilflos sind, weil sie nicht wissen, wie sie dir begegnen sollen, vielleicht aus Angst etwas Verkehrtes zu sagen oder zu tun. Viele Krankheiten sind ein Tabuthema, und dazu gehört heute immer noch Krebs, – obwohl die Heilungschancen in vielen Fällen gut sind.
    Liebe Elke ich wünsche dir jetzt Freunde, die da sind, wenn es dir nicht sooo gut geht.
    Liebe Grüße von Monré

    2. Mai 2008 um 16:54

  3. Kerstin

    Liebe Elke,
    das kenn ich nur zu gut.I
    ch finde es toll, das du deiner Freundin doch noch mal verziehen hast. Weißt, manchmal können Menschen mit gewissen Dingen einfach nicht umgehen, sie haben Berührungsängste, Angst etwas falsch zu machen und dann tun sie meist nichts…ich denke sie tun es nicht mal bewusst…naja, und wir knüpfen auch zu meist Erwartungen an etwas, ich hoffe du verstehst mich jetzt nicht falsch…ich bin auch der sogenannte "Kummerkasten" und wenn ich dann mal etwas loswerden möchte, heißt es meist – ach, das hab ich gar nicht gewusst oder aber…ruf mich später an, ist grad schlecht…u anfangs hab ich die Welt nicht verstanden…meine Freundin hat es auch drauf,nachts um eins oder um 4 anzurufen……aber ich hab es so gewollt, schließlich hab ich gesagt – Ich bin Tag und Nacht für dich da – kannst mich anrufen oder schreib mir… Freundschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen…aber können wir erwarten, das der andere bereit ist das zu tun, was wir bereit sind für ihn zu tun?? Mittlerweile finde ich es schön, das sie mir einfach nur zu hören kann…
    ich danke dir für diesen Blog…liebe Grüße Kerstin
     
     

    2. Mai 2008 um 16:07

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