Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Faden verloren… (KtgB)

 
 
 
 

 

Irgendwie habe ich was mein KtgB betrifft den Faden verloren – aber im Moment stürzt auch soviel auf mich ein – das es mich nicht verwundert so konfus zu sein. Was nach wie vor den Tatsachen entspricht;

‚Ich bin glücklich‘.

Am besten fange ich mal mit vergangenem Dienstag an. Wie ich bereits geschrieben habe, war an diesem Tag der Termin bei meiner Lungenfachärztin. Meine Tochter hat mich mit ihrem Freund zusammen hingefahren und sie sind dann ein Eis essen gegangen, in der Zeit wo ich warten musste. In den letzten Tagen bin ich ziemlich gut drauf und am Dienstag erst recht, weil ich wieder etwas mehr geschafft hatte – nämlich den Termin nicht abzusagen oder absagen zu müssen. Es saßen noch 3 Frauen(seltsamer Weise keine Männer – gibt es keine Luftatemweg erkrankte  Männer?) im Wartezimmer. Gerade hatten wir ein Gespräch angefangen als ich auch schon zum Lungenfunktionstest geholt wurde. Der Test ging ohne Zwischenfälle, also ohne Wiederholung über die Bühne. Wieder im Wartezimmer wollte ich erneut ein Gespräch aufbauen, wenn auch nur noch eine Frau außer mir anwesend war, aber dazu kam es gar nicht, weil ich schon wieder geholt und zur Ärztin gebracht wurde. Sie besprach dann gleich den Lungenfunktionstest und meinte er wäre wieder besser als beim letzten Mal ausgefallen. Hurra, aber ich konnte es ja auch irgendwie in den letzten Tagen merken, dass es mir Luftmäßig etwas besser ging. Dann hörte sie mich ab, schüttelte den Kopf hin – und wieder her – und wieder hin – und wieder her, und wieder…

Endlich setzte sie sich auf ihren tollen Lederbürostuhl (nur kein Neid Elke, du hast auch so einen ähnlichen) und lächelte mich mehr als freundlich an. Uppps, dachte ich, hat sie etwas gefunden, womit sie Geld verdienen kann – aber weit gefehlt. Sie sagte: „Frau…… Ihre Atemwege sind frei, kein Pfeifen, keine Nebengeräusche, wir scheinen auf dem richtigen Weg zu sein. Wie fühlen Sie sich denn?“ Nun wie fühle ich mich oder habe ich mich zu dem Zeitpunkt gefühlt? Gut! Einfach „Gut“, natürlich habe ich nach wie vor Atembeschwerden, wenn ich mich ein wenig anstrenge, aber doch wesentlich weniger als noch vor einigen Wochen. Sie nickte nur wissend als ich mich entsprechend zu ihrer Frage äußerte. Lungenfunktionstest gut, kein rasselndes Geräusch beim Atmen – was will ich mehr? „Jetzt Frau……. müssen Sie bei Ihrem Internisten einen Nierentest machen, weil ich vorhabe mit Ihnen eine Cortisonkur zu machen, aber dafür müssen Ihre Nieren 100% funktionieren.“   Mein Einwand, dass ich bereits ein Blutbild über die Werte meiner Nieren habe schob sie mit einer Handbewegung beiseite und sagte mir, dass der Nierentest etwas anderes sei. Also irgendwie muss ich über 3 Tage mehrmals eine Urinprobe abgeben bezw. zu Hause denke ich mal auf ein Testbriefchen machen   und daran lässt sich festmachen ob Nieren und Nebennieren normal arbeiten. Gut, mache ich doch! Termin bei meinem Hausarzt habe ich auch schon für kommende Woche. Dort werde ich mich dann nochmal genau informieren lassen. Mit einem Rezept und Guten Wünschen wurde ich dann von meiner Lungenfachärztin entlassen. Nächster Termin in 3 Monaten zur Kontrolluntersuchung und vorher, wenn ich meine Nierenfunktion habe. Hurra, es geht weiter aufwärts. Ich werde langsam wieder Mensch.

Nun bin ich aber übermütig geworden. Meine Tochter war noch nicht da und ich fragte die Sprechstundenhilfe wo das nächste Cafe oder Restaurant wäre. Leider zu weit, dachte ich. Doch als ich vor der Praxis stand und gleich nebenan zur Apotheke ging, nochmal nachfragte, natürlich die gleiche Antwort erhielt, entschloss ich mich es einfach mal zu versuchen. Ein Pferdeweg und ich musste mindestens 7 Mal eine Häuserwand abstützen, damit sie nicht umfiel und zweimal einen Zwischenstopp auf einem äußeren Fenstersims machen, weil ich dachte jetzt geht es nicht mehr, gleich fällst Du um. Ich hatte mir einfach zu viel vorgenommen! Als ich so auf dem Fenstersims saß kamen gleich Passanten an und fragten ob sie mir helfen könnten, ob es mir nicht gut ginge. Doch es ging mir gut, nur meine Luft und meine Beine wollten nicht mehr, wollten eine kleine Pause. Ich bedankte mich bei den Passanten und sagte ihnen, dass es nur die Hitze sei, es mir sonst gut ginge. Zweimal habe ich einen Zwischenstopp gemacht und zweimal kamen Leute auf mich zu – nun erzähl mir noch mal einer, dass die Menschen sich nicht um ihre Mitmenschen kümmern würden. Ich habe nur Positiverfahrungen gemacht. Nun, nach einigen Minuten ausruhen bin ich dann weitergegangen, denn zurück wäre genauso weit gewesen, und bin dann auch irgendwann am Ziel, einem netten Lokal mit hübsch gedeckten Tischen im Freien angekommen. Jaaaaaaaaaa – ich habe es geschafft!!! Ich weiß nicht wie viele Meter es waren 300 oder 500 vielleicht, aber ich habe es geschafft. Mir ging es Luft- und Muskelmäßig mehr als beschissen, aber meine Psyche hat getanzt. Ich war sooooo stolz auf mich! Ich will es so deutlich sagen, da gibt es für mich  keine falsche Bescheidenheit – ich war Spitze. Lächel. Irgendwie sah mich die Bedienung seltsam an – wahrscheinlich war ich totenblass oder knallig rot im Gesicht, jappste nach Luft und deutete der Bedienung an, ich würde etwas später bestellen. Fünf Minuten später konnte ich dann meinen Kaffee bestellen und meine Tochter anrufen und mit stolz gefüllter Brust sagen, dass sie mich nicht bei der Ärztin abholen möchte sondern an dem Lokal. Sie kam denn auch dorthin und Beide – sie und ihr Freund Thomas tranken etwas und sie meinte dann: „Mama, soll ich denn jetzt das Auto hier hin holen?“ Ich musste Lachen und sagte ihr; nein lass mal ich hole es, wartet ihr hier! Meine Güte als wenn ich den Weg nochmal geschafft hätte, grins – na ja die Jugend. Zu Hause angekommen war ich wirklich fertig, aber glücklich und stolz. Am nächsten Tag kam dann mein Entfernen des Ports – aber dafür mache ich nachher einen neuen Blog. Jetzt brauche ich erst mal eine kleine Pause für meine Augen.

Herzliche Grüße Elke

 

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2 Antworten

  1. Andrea

    Dieser blöde Laptop läßt mich meinen Kommentar einfach nicht so beenden wie ich es will.
     
    Alles Liebe
     
    Andrea

    11. Mai 2008 um 00:14

  2. Andrea

    Herrlich, Deinenn Bericht zu lesen, da geht es einem doch gleich um ein Vielfaches besser. Danke für den Seelenaufbau bei mir. Und ich freue mich sehr für Dich. Deine Berichte lese ich ohnehin gerne, auch wenn ich dabei manchmal förmlich zerfließe. Du schreibst so lebendig und oft auch so lustig, daß ich nicht weiß, soll ich un weinen oder lachen. Dieser Bericht heute tut sehr gut.
     
    Ganz, ganz viel Glück und Gesundheit wünsche ich Dir
     

    11. Mai 2008 um 00:12

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