Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Wieso, Weshalb, Warum…

 
 
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Warum klebt der Kaugummi am Schuh und nicht im Mund?

Mit dieser Frage beginne ich eine kleine Folge über die verschiedene Fragen zum Thema "kleben". Wie bei allen meinen Sachgeschichten will ich hier keine (!) wissenschaftliche Antwort geben, sondern versuchen mit wenigen Sätzen nur das "Grundprinzip" zu erklären!

Also warum klebt nun der Kaugummi so hervorragend unter der Tischkante oder auf Asphalt, jedoch nicht im Mund?
Wenn wir einen Kaugummi aus der Verpackung nehmen ist er hart. Erst durch das Kauen (und durch die Wärme im Mund) wird er weich.
Er klebt auch noch nicht, wenn er ausgespuckt wird und auf den Boden fliegt. Erst wenn jemand drauf tritt (oder ihn absichtlich mit dem Daumen unter die Tischplatte drückt), wird diese noch weiche Masse dazu gebracht sich an den Fremdkörper anzuschmiegen. Er geht in all die mini kleinen Risse und Furchen der Oberfläche und haftet dadurch an ihr. Und dabei erkaltet er auch noch und wird dadurch wieder hart. Somit wird die Verbindung dauerhaft stabil. So stabil, dass die Reinigung von kaugummibefleckten Straßen, U-Bahnstationen und Denkmälern die Städte Millionen kostet!
Einzig und allein Kälte macht nun dem Kaugummi zu schaffen. Weswegen die Tiefkühltruhe auch die schnellste Hilfe für Kaugummigeplagte ist: Hose oder Schuh einige Stunden einfrieren, schon ist die klebende Masse steif und brüchig geworden und lässt sich problemlos abkratzen.

 

Seit wann kann die Menschheit kleben?

Schon in der jüngeren Steinzeit, also ca. 8000 v. Chr. bedienten sich die Menschen eines Birkenharzes zum Befestigen von Speer- und Beilspitzen!
Bei der Entdeckung des Gletschermannes "Ötzi" wurden Ausrüstungs- und Kleidungsstücke gefunden, wie zum Beispiel ein aus einem Eibenstämmchen gefertigtes Beil, dessen Klinge mit dem Klebstoff Birkenpech sowie Lederstreifen
befestigt ist.
Um 5000 v. Chr. benutzte man in Babylon tierisches Blut, Eiweiß, verschiedene Pflanzenharze oder Asphalt als Klebstoffe. Beim Bau vor ca. 3500 Jahren wurde das Kleben sogar „professionalisiert“: Der Beruf des Leimkochers (Kellopsos) entstand. Die Kunst des Leimsiedens, wurde später von den Griechen und Römern übernommen.
Mitte des 14. Jahrhunderts bedienten sich die Azteken beim Bauen der Klebwirkung des Blutes, die auf das Blutalbumin zurückzuführen ist. Sie mischten Tierblut unter den „Zement“. Noch heute sind diese Werke der aztekischen Baukunst recht gut erhalten und zeugen von der Qualität des Bindemittels!

 

Welcher "Kleber" aus der Natur ist von uns Menschen unerreicht?

Die Miesmuschel macht es uns mit ihrer Haftbeständigkeit im Meerwasser vor: Die Meeresbewohner sind den Chemikern einen großen Schritt voraus. Im Laufe der Evolution haben sie einen Kleber entwickelt, der im (Salz-)Wasser härtet und dort lange beständig ist, er besitzt eine hohe Festigkeit und ist zudem elastisch. Miesmuscheln haften an jeder denkbaren Oberfläche, ob an porösem Gestein oder am glatten Schiffsrumpf. Auf Metall sitzen sie besonders fest und lassen sich selbst von Teflon kaum noch entfernen, auf dem sonst kaum etwas hält.
Man forscht schon lange an so einem Superkleber. Mittlerweile ist man ihm schon recht nahe gekommen und gerade für die Zahnmedizin wäre er interessant. Mit einer kurzfristigen Markt-Einführung eines konkreten Produkts ist allerdings vorerst nicht zu rechnen – medizinische Innovationen müssen langwierige Tests und klinische Studien durchlaufen, bevor sie zugelassen werden.

 

Warum klebt Kleber nicht in der Tube?

Kaum ist er aus der Tube, klebt Kleber auf alles, wo er nicht kleben soll: am Ärmel, auf der Tischplatte und und und. Aber in der Tube klebt Kleber nicht. Warum eigentlich nicht?
Damit Geklebtes auch wirklich hält, muss der Kleber aushärten. Dazu muss entweder sein Lösungsmittel verdunsten, oder er muss mit einem anderen Stoff reagieren – einer zweiten Komponente. Das kann auch der Sauerstoff oder Wasserdampf der normalen Luft sein. Doch in allen Fällen gilt: Der Kleber muss erst mal aus der Tube.
Deshalb dürfen wir auch die Tube nicht offen herumliegen lassen :-)

 

Warum heißt UHU(-Alleskleber) eigentlich UHU?

Als ich diese Frage gelesen habe, hatte ganz klar an eine Abkürzung gedacht. Aber weit gefehlt:
Als 1932 der Apotheker August Fischer den ersten gebrauchsfertigen Kunstharzklebstoff der Welt erfand, suchte er nach einem Namen für sein „Kind“. Zu der damaligen Zeit war es in diesem Geschäftsbereich üblich, seinen Produkten den Namen großer Vögel zu geben: z.B. Pelikan, Schwan, Marabu u.a.
Dabei sah er sich bei den anderen Firmen um. Eine Anekdote erzählt, er habe sich dabei gedacht: „Wenn die anderen einen Vogel haben – warum nicht auch wir?!“ Und er gab seiner Erfindung den Markennamen „UHU – der Alleskleber“.

und zum Abschluß die Frage

 

Warum klebt die Frischhaltefolie?

Meine Mom sagt immer wenn sie eine Frischhaltefolie abreißen will: "Am besten haftet Frischhaltefolie immer noch an sich selbst." Naja, auf der Verpackung steht ja extra: "super-haftend" :-)
Wehe aber, wenn die Folie dann aber auf der Schüssel mit dem Kartoffelsalat kleben soll. Nichts klebt da vernünftig. Warum klebt die Folie manchmal und manchmal nicht?
Genau genommen "klebt" die Folie nicht, sondern sie "haftet". Das ist so ähnlich, wenn man saubere Glasplatten übereinander legt und dann man mit einem Saugnapf beide Platten hochhebt: Der Luftdruck und die zwischenmolekularen Kräfte halten die beiden Platten zusammen.
So ungefähr funktioniert die Frischhaltefolie. Aber damit diese schwachen Kräfte wirken können, müssen sich Folie und Teller möglichst innig berühren. Dabei spielt die Glattheit der Oberfläche eine wichtige Rolle: Je glatter die Oberfläche, desto besser kann sich die Folie an die Oberfläche anschmiegen. Deshalb haftet die Folie auf einen Teller oder an der Glasschüssel gut und an Plastikschüsseln, die meist eine raue Oberfläche haben, nicht so toll.
Deshalb ist die Folie auch so dünn: Je dünner die Folie, desto besser kann sie sich an den Gegenstand anschmiegen und desto besser haftet sie. Und dünn sind die Frischhaltefolien: Ein menschliches Haar ist im Schnitt fünfmal so dick.

(danke Fossi)

Herzliche Grüße Elke

 

  

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