Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Gedankenchaos… (KtgB)

 

 

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Meine Psyche hängt mal wieder seit einigen Tagen durch, so dass ich mich selber nicht ertragen kann. Seit 2 Tagen gehe ich mit gesenktem Kopf an sämtlichen Spiegeln vorbei – ich komme mir einfach unnütz vor, finde keinen wirklichen Sinn mehr in dem was man allgemein Leben nennt. Breche urplötzlich ohne jeglichen Grund in Tränen aus und möchte einfach alles herausschreien ohne zu wissen, was ich herausschreien will. Es gibt nichts! Vielleicht stelle ich mich selber zu sehr unter Druck, weil ich meine Familie nicht mit meinen Gefühlen erdrücken will und sie nur auslebe wenn ich alleine bin und nicht zu einem Zeitpunkt, wo ich sie ausleben müsste, weil meine Seele danach verlangt. Ja, ich glaube ich vergewaltige meine Seele damit und füge ihr so Wunden zu, die nur sehr schwer heilen können. Aber, wie soll ich das vermeiden? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass ich meistens eine Erleichterung verspüre wenn ich geweint habe. Es ist für meine Seele als würde ich an einem sehr heißen Tag eine kalte Dusche nehmen. Es erfrischt, gibt dem Kreislauf neuen Antrieb, verstreut regelrecht Glückshormone  die wiederum meiner Seele gut tun. Ich denke mal, dass ich dadurch, das ich so gut wie nie vor die Tür komme und mal andere Menschen, außer meiner Familie sehe und spreche, einen großen Teil ausmachen, aber ich müsste mich doch allmählich daran gewöhnt haben. Außerdem arbeite ich täglich daran meine Situation zu ändern, aber die Erfolge sind mehr als mäßig. Vielleicht habe ich auch nur zu viel Zeit zum Denken. Denken ist eine schöne Sache und ich habe es erst gelernt als ich krank wurde. Nicht das allgemein übliche Denken, sondern das Denken, welches versucht immer für alles einen Grund zu finden, versucht Antworten zu finden auf Fragen, die sich die Menschen vor mehr als tausend Jahre schon gefragt haben. Meine Gedanken vertiefen sich dabei manchmal so intensiv, dass ich nicht mehr auf dieser Welt zu sein scheine. Ich steigere mich umso tiefer in diese Gedanken, je weiter eine Antwort entfernt zu sein scheint. In diesen Gedanken ist kein Platz für Selbstmitleid oder Fragen wie; ‚warum gerade ich‘ oder ‚was habe ich getan, dass…‘ nein, sie haben mit meiner Situation nur insofern zu tun, dass ich genug, vielleicht auch zu viel Zeit zum Denken habe. Mein Denken ist mittlerweile die Hauptaufgabe die ich zu bewältigen habe. Wenn der Körper sich nicht ausleben kann, dann fängt das Gehirn umso mehr an zu arbeiten so erlebe ich es jeden Tag. Es ist ein Ausgleich, aber einer, der einen Menschen nur kurzfristig befriedigen kann. Nachdem ich das Buch von Jean-Dominique Bauby (Schmetterling und Taucherglocke) gelesen habe und mich ein wenig mit seiner Lebenssituation beschäftigt habe, bin ich voller Bewunderung für diesen Mann. In seiner Lage wäre ich innerlich explodiert, hätte mich dem Leben verweigert. Ich bemerke auch, dass ich mich immer mehr in mich zurückziehe, dass ich manchmal überstark dazu neige allein sein zu wollen. In diesen Momenten, kommt es, wenn auch sehr selten vor, dass ich mir wünsche, dass meine Familie mal zusammen in Urlaub fahren würde, nur damit ich endlich mal alleine wäre. Es hört sich undankbar an und manch einer wäre froh so ein Zusammenhalt in der Familie zu haben, aber es ist wie mit allem, wovon man zu viel hat, das tut nicht mehr gut. Bei Gott ich bin nicht undankbar und mir ist bewusst, dass ich meine Familie brauche, aber manchmal es zu viel an Liebe und Umsorgt sein. Es schnürt mir einfach den Atem noch mehr ab, als es meine Erkrankung schon tut.

 

Herzliche Grüße Elke

 

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(dort befindet sich auch die Blogliste des laufenden Monats)

 

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3 Antworten

  1. Peter

    SEHR SCHÖNER KOMMENTAR VON KLICKMAUS!
     
    WEM TRÄNEN GEGEBEN SOLLTE IHRER SICH NICHT SCHÄMEN!VON MIR
     
    ICH HABE KEINE MEHR(LEIDER)
     
    Gruß Peter

    15. Juni 2008 um 17:36

  2. Svenja

    Mein Gesicht weiß
    Meine Augen leuchten blau
    Sie schwimmen in Tränen
     
    Zitternd halte ich ein Tuch in den Händen
    In das sich meine Finger krampfen
     
    Weinen heißt loslassen
    Loslassen von der Stärke
    Die ich tagtäglich glaube zeigen zu müssen
     
    Weinen heißt ausschwemmen
    Ausschwemmen von Gefühlen
    Die ich täglich hinunterschlucke
     
    Weinen heißt sich hingeben
    Hingeben seiner Trauer
    Die mich täglich begleitet
     
    Wir haben alle schlimme Dinge erlebt
    Wir haben alle Verzweifelung gespürt
    Wir haben alle Verluste erlitten.
     
    Es tut gut zu weinen
    Tränen sind wie ein Kleid
    Man nimmt es, zieht es an und es ist dein !
    Es steht dir, es ist schön an dir.
    Es tut dir gut !
     
    Anm.: Dieses Gedicht schrieb Katja Wessel

    15. Juni 2008 um 13:47

  3. Rotraud

    Hallo Elke,
    bin heute zufällig auf deinen Blogg gestoßen, und was ich gelesen hab, hat mich sehr berührt. Aus meinem Beruf heraus kenne ich die Sehnsucht vieler Menschen denen es so geht wie dir, nach " Ruhe", mal nicht das eigene Leiden in den Augen der geliebten Menschen widergespiegelt zu sehen. Man trägt dich, man hält dich, man liebt dich, aber manchmal möchtest du dich einfach fallen lassen?
    Ich weiß es gibt in solchen Situationen keinen Trost, aber vielleicht findest du einen Weg deiner Seele ein bi?chen Luft zu verschaffen, ich wünsch es dir von Herzen
    Liebe Grüße und einen erholsamen Tag
    Rotraud

    15. Juni 2008 um 10:27

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