Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Baader-Meinhof und ich…

 
 

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Christian Klar; Festnahme im Jahr 1982

 

1985 zu 6 mal lebenslanger Freiheitsstrafe des weiteren einer Freiheitsstrafe

von 15 Jahren verurteilt. 1992 wurde er in einem zusätzlichen Prozess zu

einem weiteren Mal lebenslang verurteilt.

 

 

Baader-Meinhof

Vor einigen Tagen habe ich mir den Film „Der Baader-Meinhof Komplex“ angesehen. Eigentlich möchte ich hier weniger über das Geschehen in den 70ger Jahren reden, darüber gibt es genug Berichte, sondern mehr über die Situation, die sich mir als Heranwachsende  bot. Damals war ich noch mehr oder weniger ein Kind auf dem Weg zur Erwachsenen und schnell für etwas zu begeistern. Was ich sah, aus der damaligen Sicht, waren Menschen, die sich nicht alles gefallen lassen wollten und das empfand ich erst mal als gut. Es imponierte mir irgendwie. Ja ich schwärmte sogar ein wenig für Christian Klar. Wenn Bilder in den Nachrichten gezeigt wurden sah er so lieb, nett und toll aus, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass alles seine Richtigkeit hatte, was man in den Medien über ihn, seine „Genossen“ und die RAF berichtete. Außerdem so muss ich es einfach sagen, war ich integriert in die Generation der rebellischen Jugend. Es ging mir zwar sehr gut, aber ich nahm unsere Generation als nicht ernst genommen und deshalb waren sie in gewisser Weise Kämpfer für die Zukunft unserer Generation, also auch für mich.

Auch heute noch finde ich den „Aufstand“ als irgendwo berechtigt, denn es lag und liegt immer noch so vieles in unserer Welt, im Argen. Jedoch mit den Mitteln kann und will ich mich nicht identifizieren. Es mag aus einer guten Absicht heraus geschehen sein und doch lief es aus dem Ruder und wurde immer gewalttätiger und krimineller. Das habe ich dann auch sehr schnell gemerkt und mir wurde klar, dass es nicht mehr wirklich um die „Gute Sache“ ging. Im Gegenteil, es machte den Gegner der uns schadete stark und gab ihm die Möglichkeit Verbindungen herzustellen, die uns nichts als Trauer, Angst und Kriminalität brachte. Es tat mir damals sehr weh, mir selber eingestehen zu müssen, dass ich einem solchen Irrglauben unterlegen war. Mit jedem Menschenleben, das „für die Sache“  ausgelöscht wurde begann meine Wut über dieses unüberlegte (?) Handeln zu wachsen und ich betete, dass es endlich vorbei gehen sollte. Die Welt wurde für mich immer „unheiler“. Ein seltsames Wort „unheiler“, es gibt das Wort auch nicht in unserer Rechtschreibung, aber es bezeichnet genau meinen damaligen Seelenzustand. Ich litt einfach unter der Situation, hatte ein wenig den Boden unter den Füßen verloren. Eine „Gute Sache“ war einfach nur noch „kriminell“ und geprägt durch den Geltungsdrang einzelner Mitglieder, die eine hohe kriminelle Energie freisetzten und nur noch handelten, weil sie um jeden Preis ihre Vorstellungen durchsetzen wollten, ohne Rücksicht auf Verluste.

Das damalige Geschehen hat dazu beigetragen, dass ich schneller Erwachsen wurde als mir lieb war, es hat Narben auf meiner Seele hinterlassen und mich für mein weiteres Leben geprägt. Es trug dazu bei, dass ich bis zum heutigen Tage alles intensiv hinterfrage, alles immer wieder von verschiedenen Seiten betrachte ehe ich mir eine Meinung bilde.

Der Film „Der Baader-Meinhof  Komplex“ hat mich innerlich aufgewühlt, hat mir wieder in Erinnerung gerufen, wie nahe Recht und Kriminalität zusammen liegen, wie schnell man abrutschen kann in ein Verhaltensmuster, das so nicht zu akzeptieren ist. Bei dem es einigen nicht mehr möglich ist, ihr Handeln zu überdenken  und eventuell in die richtige Bahn zu lenken, so dass es der Sache wirklich dienlich wäre.

 

Herzliche Grüße Elke

 

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2 Antworten

  1. Elke

    Ja, ich gebe Dir recht "Gräflicher Kommentator" es ist ein Film und wie so viele Filme ausgeschmückt. Nur ich habe hier auch weniger über den Film als über mein Erleben geschrieben. Der Anfang des Filmes ist schon so, dass man von vornherein nur das Böse sieht, was man aber nicht sollte. Denn der Aufstand ist nicht umsonst gekommen, aber was nun mal eine Tatsache ist, sie haben gemordet… und zwar viele unschuldige Menschen!!! Aber egal, ob unschuldig oder schuldig – es gibt keinerlei Berechtigung andere Menschen ihres Lebens zu berauben. Aber wie oben schon erwähnt, es geht mir hier nicht um den Film (er war nur Auslöser meiner wieder aufgelebten Empfindungen) auch nicht über die geschichtliche Entwicklung, sondern nur um mein Erleben dieser Zeit… Danke Dir für Deinen Kommentar…
     
    herzliche, knuddelige Grüße Elke

    23. Oktober 2008 um 18:03

  2. Graf

    Sehr interessanter Film aber nicht 100% wahrheitsgetreu ….denn Ulrike Meinhof hatte sich damals in Leipzig versteckt also praktisch im Osten untergetauscht und im Westen Terror gemacht aber davon kommt nix im Film….komisch…aber typisch es werden immer nur die halben Wahrheiten verfilmt.Wenn ich damsls an denn zweiteiler denke ..H….eine Kariere….da wird gezeigt wie H….seinen Hund tritt und das recht garstig aber in wirklichkeit war …H….ein grosser Tierliebhaber aber das hätte ja zum Profil dieses ach so schlechten Mannes nicht gepasst.Mann sollte immer vorsichtig sein was man über H…schreibt oder spricht nicht dass es mir wie …E…Hermann geht ….lol….

    23. Oktober 2008 um 17:32

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