Tränen und Glück finden sich in der Stille…

RAF – Meine Geschichte 4 von Andrea

 
 
 

 

Diesen Text schreibe ich  auf den Aufruf einer lieben Freundin hin, der daran gelegen ist, die Empfindungen möglichst vieler Menschen im Hinblick, auf die Aktivitäten der Baader-Meinhof- Gruppe zu veröffentlichen:

 

 

Liebe Elke, wie versprochen, hier meine damaligen Gedanken

 

Baader-Meinhof und mein Unverständnis

 

Auch ich kann mich noch gut an Andreas Baader und Ulrike Meinhof erinnern. Ähnlich wie Du, war auch ich damals eine Heranwachsende, die nicht alles für gut erachtete, was sie erlebte. Dennoch war ich weit distanziert von den Taten dieser Gruppe.

 

Mir kommt als Erstes – wenn ich an diese Gruppe denke – die Ermordung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hans Martin Schleyer in den Sinn, die ich für völlig sinnlos hielt. Ich kann mich noch sehr genau an ein Foto erinnern, auf dem man Hans Martin Schleyer auf einem Stuhl sitzen sah, vor sich eine Zeitung haltend, um zu dokumentieren, dass er an diesem Tage noch lebte.

 

Ein weiteres Opfer, dass mir sofort gegenwärtig ist: Jürgen Ponto, damaliger Chef der Dresdner Bank. Ich fand es schrecklich, dass man das Leben eines Menschen opferte, um seine Ziele durchzusetzen. Insbesondere der Mord an Jürgen Ponto ist mir noch unverständlicher, da Susanne Albrecht, eine der Attentäterinnen,  eine Freundin des Hauses war.

 

Ich konnte mich mit diesen Menschen, die so sinnlos bereit waren ein Leben auszulöschen in keiner Weise anfreunden. Ihre Gedanken, ihr Vorgehen erschienen mir fremd und unverständlich. Bis heute ist es so geblieben, jede aggressive Handlung, die zum Ziel hat politische, wirtschaftliche oder sonstige Ziele durchzusetzen, ist mir absolut unverständlich. Fanatismus und Rücksichtslosigkeit sind mir von vornherein suspekt und bringen mich eher dazu mich  von einem Menschen und seinen Zielen abzuwenden, als mich ihm anzuschließen.

 

Wir alle haben einen Mund und können uns artikulieren, Stumme könne sich durch Zeichensprache verständigen und selbst wenn man verschiedene Sprachen spricht kann man sich irgendwie verständigen – das ist jedenfalls meine Erfahrung.

 

Es gibt kein Ziel, das es rechtfertigt, ein Leben auszulöschen. Ich denke, wer etwas erreichen will, der kann es auf andere Weise tun und mit genügend Beharrlichkeit wird es ihm auch gelingen, in die Gedanken der Menschen zu  gelangen – auch ohne Gewalt anzuwenden.

 

Abschließend möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass Ulrike Meinhof eine Tochter hinterlassen hat, für die ich mir wünsche, dass die negativen Taten ihrer Mutter sie nicht verfolgen.

 

Ich hoffe, für uns alle, daß wir auf unserer Erde eines Tages nicht mehr deratigen Fanatikern ausgeliefert sein werden, die sich und anderen das Leben derartig belasten, und die ihr Fanatismus auch vor dem Auslöschen eines Lebens  – dem höchsten Gut auf unserer Erde – nicht halt machen läßt.

 

Habt alle einen schönen unbeschwerten Tag!

 

Alles Liebe Andrea

 

 

Danke liebe Andrea für Deinen gefühlvollen Beitrag

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Eine Antwort

  1. Kerstin

    Guten Morgen Elke…
     
    ich kann mich den (euren) Ausführungen nur anschließen…"Es gibt kein Ziel, was rechtfertigt, ein Menschenleben auszulöschen"…und trotzdem war auch ich anfangs dem Glauben unterlegen, dass diese Gruppe rebelliert und auf eine neue Zeit hinsteuert – nur haben sie irgendwann das Ruder verloren… und was sie getan haben ist nicht zu entschuldigen…
     
    Danke für diesen Rückblick, die Erfahrungen und Sichtweisen… 
    viele Grüße sendet dir Kerstin…

    29. Oktober 2008 um 03:23

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