Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Heute möchte ich Euch…

 
 
 

Heute möchte  ich Euch erst mal danken für Eure lieben Kommentare zu meinem letzten Eintrag. Ich war einfach überrascht und sehr gerührt, wie groß die Anteilnahme ist und wie ernst Ihr meine Einträge lest. Nun muss ich aber noch was anderes loswerden. Heute bin ich dem Gefühl des ‚im Himmel seins‘ ein großes Stück näher gerückt und so richtig glücklich.

Mein Sohn geht morgens immer sehr früh zur Arbeit (grausam, ich bin ein Morgenmuffel und kann mir das gar nicht mehr vorstellen obwohl ich es früher auch gemacht habe, das „sehr frühe“ Aufstehen) hat aber auch entsprechend früh frei. Ich war gerade kurz in der Küche um mir einen Kaffee zu holen und da kam er zu mir, setzte sich an den Tisch und fragte mich; ‚Mama kann ich Dich etwas fragen‘? Ja natürlich frag mich Junge, was ist denn? ‚ich möchte Dir aber nicht weh tun‘ uppps nun wurde mir doch etwas mulmig zumute doch ich sagte ihm tapfer, dass er mir bestimmt nicht weh tun werde mit einer Frage.

Und dann folgte ein sehr intensives und verhältnismäßig langes Gespräch zwischen uns. So wie wir es noch nie hatten. Es ging natürlich um „Arthur“ und seine Krebserkrankung. Das Gespräch war so erwachsen geführt von ihm, das ich ein wenig Wehmut empfand, weil ich wusste er war über Nacht erwachsen geworden. Er hinterfragte alles was ich vor fast 3 Jahren durchgemacht habe, nicht nur an Fakten auch meine damaligen Gefühle. Im Laufe des Gesprächs erfuhr ich nun auch genaueres über die Art des Krebses die „Arthur“ hat. Ein Tumor gleich neben der Niere und an einem Knochen festsitzend. Man hat ihm ein Stück des Knochens mit dem Tumor entfernt. Heute bekommt er noch die Chemotherapie und dann darf er heute Abend erst mal nach Hause. Wie es ihm geht kann man nicht beschreiben, man muss es selbst erlebt haben um es nachempfinden zu können. Man fühlt sich einfach beschissen und es wird für ihn noch schlimmer werden, wenn er morgen früh zu hause aufwacht, denn dann hat er nicht mehr die Wirkung der Medikamente die einem zusammen mit der Chemo in den Körper geleitet werden und die die Schmerzen in Grenzen halten. Dann fängt für ihn das gefühlte Leiden an, aber andererseits ist er abgelenkt von seinen Gedanken die manchmal schmerzhafter sein können.  Außerdem bekommt man für die ersten 3 Tage Tabletten zur Schmerzlinderung mit. Normalerweise fühlt man sich dann wieder verhältnismäßig gut. Bei mir in der Chemogruppe sind die jüngeren Frauen meistens schon am 3. Tag wieder arbeiten gegangen bis zur nächsten Chemo.

Nun wollte mein Sohn noch wissen wie es mir ging als mir die Haare ausfielen und wann man genau sagen kann, dass jemand Krebsfrei ist. Es waren so viele Fragen dass die Zeit nicht ausreichte und wir unser Gespräch in den kommenden Tagen weiterführen werden (auf seinen Wunsch). Bevor er das Haus verließ nahm er mich kurz in den Arm und meinte ‚es tut mir leid, dass ich nicht so oft bei dir im Krankenhaus war‘.

Ist es nicht wundervoll, dass er sich mir anvertraut hat, dass er es sich endlich mal von der Seele gesprochen hat. Jetzt wird es ihm bald auch besser gehen.

Auch seine Freundin war wieder ein Gesprächsthema, die wohl auch ein wenig aufs Nebengleis geschoben wurde in den letzten Tagen. Heute ist einer der schönsten Tage in meinem Leben…

© by Elke 2008-10-31  

 

herzliche Grüße Elke

 

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Eine Antwort

  1. Barbara

    Hallo, liebe ElkeBin mal wieder zu Besuch auf deiner Spaceseite. Wäre gerne öfters online, wenn ich es könnte. Aber z.Zt. liegt mein Vater im Krankenhaus. Er ist am 28. 10. nun doch noch 93 Jahre alt geworden, daß hätten wir vor ein Paar Wochen kaum geglaubt!Meine fast blinde Mutter muß ebenfalls versorgt werden, daß bindet soviel Zeit und Kraft, daß ich immer nur die notwendigsten Mails beantworten kann! Sorry für mein fernbleiben, ich habe dir eine E-mail zugesandt, also du siehst, vergessen habe ich dich nicht!Wir tragen alle unsere Sorgenpäcklein auf dem Rücken, jeder strampelt sich irgendwie ab, manche versuchen verzweifelt irgendwelchen Zwängen gerecht zu werden. Andere sind so dreist und zocken mit fremden Geldern an der Börse herum. Sie sind dann noch so dreist und kassieren ihre horrenden gehälter, von denen etliche Familien oder notleidende Kinder ernährt werden könnten. Oben drauf bekommen sie dann noch für ihre "tollen Leistungen" einen Boni, sie werden noch dafür belohnt, daß sie die Finanzwirtschaft und viele Volkswirtschaften an den Rand des Ruins gesteuert haben. Welch eine Ironie und wir müssen zugucken und ärgern uns grün und blau!!!!Da gibt es keine gerechtigkeit mehr in dieser Welt. Die hat es noch nie gegeben, solange Menschen diese Welt beherrschen, die nur das schnelle Geld verdienen wollen. Die nach macht streben, andere dabei unterdrücken, ermorden oder mit einem Terroranschlag ins Jenseits befördern!Es gibt soviel Blindheit und Borniertheit in der Welt, soviel Korruption und politisches Machtstreben. Ein Menschenleben ist in manchen Ländern nichts mehr Wert-es ist einfach nur traurig und Gott schaut zu.Ich habe in meinem Space so oft schon diese Thematiken angesprochen und darüber gechrieben. Wir werden die Welt nicht verändern können, nicht die ganze welt. Wir können nur uns ändern, unseren Weg wählen, damit Zeichen setzen, vielleicht andere mitreißen, neugierig machen, vielleciht im ganz kleinen Umkreis etwas verändern, aber die Welt so wie sie ist mit all den Ungerechtigkeiten, dem Elend, der Ausbeutung, der Verletzung der Menschenrechte, wo sollen wir da anfangen?Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, bleib gesund und wir chatten mal wieder, wenn ich mehr zeit habe.Liebe GrüßeBarbara

    31. Oktober 2008 um 12:14

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