Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Erst zu Ende lesen!…

 

 

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Erst zu Ende lesen, dann schauen, WANN es geschrieben wurde!

 

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.

Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.

Trifft’s hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken –
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!

Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.

Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.

Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und – das ist das Feine ja –
nicht nur in Amerika!

Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen –
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.

Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky, 1930,

veröffentlicht in "Die Weltbühne"

 

 

 

Ist es nicht seltsam, ja fast beängstigend wie sich

alles auf dieser Erde wiederholt. Das Gedicht trifft

doch in unsere heutige Zeit so, als wäre es genau

dafür geschrieben…

 

 

Herzliche Grüße Elke

 

 

 

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7 Antworten

  1. - Pusteblume

    ….voll den Nagel auf den Kopf getroffen !!! Habe den Beitrag eben erst gelesen.
    Liebe Grüße von Gabi

    25. November 2008 um 14:00

  2. WhiteHaven

    Äh…bin so frei und nehme diesen, deinen Beitrag in meinem Blog auf…von deiner vorrauseilenden Erlaubnis ausgehend…
    merci für dieses alte hochaktuelle Fundstück…
    liebe Grüße
    WhiteHaven

    21. November 2008 um 21:51

  3. WhiteHaven

    Hhmmm…tja…
    Kurt Tucholsky war in der Tat ein kluger Kopf
    und wie man sieht
    "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren" ein alter Zopf,
    denn dieser Oberschichttrick immer wieder zieht…
     

    21. November 2008 um 21:48

  4. Peter

    ICH BIN AUF DEM BÖRSENHÖCHSTSTAND AUSGESTIEGEN,ICH HABE NUR NOCH INHABERSCHULDVERSCHREIBUNGENUND DIE SIND DURCH DEN BÖRSENKRACH IN 6 WOCHEN UM 20 % GESTIEGEN!WER DEN HALS NICHT VOLL BEKOMMTMUSS DIE FOLGEN TRAGEN!

    21. November 2008 um 14:48

  5. Sternchen

    Heute  besteht nur der , der über Leichen geht! Die Börse kracht, der Zocker lacht,
    wir wollten es nicht sehen und müssen jetzt für Alles geradestehen.
    Wünsch Dir einen schönen Abend liebe Elke, Camina

    20. November 2008 um 22:09

  6. Gabi

    wie wahr, wie wahr liebe Elke.
     
    Die Dinge verändern sich nicht.
    Das Einzige, was sich verändert,
    ist unsere Sichtweise.
    Wünsche Dir noch einen schönen Abend.
    LG Gabi

    20. November 2008 um 19:45

  7. Sasa

    wie wahr, liebe elke!
    und ewig lockt das murmeltier.
    es ist schon frustrierend, wie schnell doch der mensch vergisst
    und nichts dazugelernt hat.
     
    macht mich sehr zornig!!!!!!!!!!!!!!!
     
    lg sasa
     

    20. November 2008 um 19:14

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