Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Heute bin ich… (KtgB)

 
 
 

 

 

 

Heute bin ich wieder mal, nachdem es mir die letzten Tage und Nächte nicht so berauschend ging, ein wenig nachtaktiv gewesen. Ich weiß nicht was in letzter Zeit mit meinem Körper los ist. Eigentlich ist es nicht schlimmer als sonst, wenn ich diese Schübe habe, aber es war noch nie so lange an einem Stück – und das schafft mich schon. Einmal fühle ich mich körperlich ausgemergelt und meine Psyche rebelliert mittlerweile auch. Kein Wunder das auch mein „ich“ sagt; jetzt reicht es langsam!!! Mir fallen die letzte Zeit öfters mal Gedanken ein, die ich früher hatte. Ein kleines Beispiel; mein Mann meinte mal vor Jahren zu mir; warum haben wir nicht auch mal Glück und haben einen Sechser im Lotto. Darauf antwortete ich ihm; weißt du ich bin froh dass wir kein so unwahrscheinliches „Glück“ haben, sondern einfach nur Durchschnitt sind, denn dadurch denke ich werden wir auch niemals in Richtung großes Unglück überrascht werden. Als ich dann Anfang 2006 meine Diagnose bekam habe ich mir gesagt; na gut, aber dann bitteschön warum nicht auch einen Sechser im Lotto. Bis heute habe ich den Sechser den ich damals meinte nicht bekommen, aber ich habe doch einen viel wertvolleren Sechser bekommen – ich lebe noch. Von 11 Frauen unserer Chemogruppe bin ich einer der vier die noch leben – meine Güte ist das denn nicht ein Sechser mit Zusatzzahl?! Zweien von diesen Frauen geht es wieder wie vorher und einer ungefähr wie mir. Sie kann zwar noch aus dem Haus gehen und Verabredungen treffen und einhalten, aber arbeiten kann sie nicht mehr. Vielleicht auch nicht so prickelnd, da sie ca. 12 Jahre jünger als ich und alleinerziehend ist. Allerdings ihr Sohn auch schon so alt ist wie meiner. Wie wir festgestellt haben, sind sie auch befreundet. Na ja, ich hätte die Mutter eines Freundes meines Sohnes lieber anders kennengelernt, aber so spielt das Leben.

Gestern habe ich wieder mal den Termin bei meiner Zahnärztin absagen müssen und fühlte mich so hilflos – und was mir noch nie passierte, als ich ihn absagte weinte ich. Ich weine, denn es erleichtert die Seele, aber doch nicht am Telefon nur weil ich einen Termin nicht einhalten kann! Und doch gestern war es so. Ich habe mich nicht geschämt, nein warum auch, aber es hat mir wieder mal meine jetzigen Grenzen aufgezeigt und mit denen will und kann ich nicht leben.

Die Sprechstundenhilfe war sehr nett und bot mir an, an den Tagen wo sie auch nachmittags Sprechstunden haben, morgens anzurufen wenn es mir an einem Tag gut ginge und sie würde versuchen mir einen Termin für den gleichen Tag nachmittags einzurichten. Ich fand es sehr nett von ihr habe es auch gerne angenommen, weil ich sonst nicht gewusst hätte ob ich jemals einen Termin wahrnehmen könnte – aber einen schalen Geschmack hat es schon bei mir hinterlassen. Ich möchte keine Sonderstellung! Das liegt mir nicht! Das bin ich nicht!

In meiner Situation werde ich immer unglücklicher und manchmal denke ich; warum muss ich morgens unbedingt wieder aufwachen, es wäre doch nicht so tragisch, wenn ich einfach in mein nächstes Leben hinüber schlafen könnte. Doch dann werde ich wach, sehe meine Kinder meinen Mann und freue mich doch irgendwie noch da zu sein. Nur werden diese Gedanken immer kürzer, nicht mehr so vorrangig wie noch vor einigen Wochen. Nicht das ich mich aufgegeben hätte nein, dafür bin ich eigentlich kein Mensch – ich glaube immer noch daran, dass es mir irgendwann besser geht, aber ich werde immer ungeduldiger, verzweifelter, ICH WILL NICHT ABHÄNGIG SEIN! … wegen mir nicht und wegen meiner Familie nicht. Ich werde immer mehr zur Belastung. Ich kenne das von der Zeit als ich erst meine Mutter und dann meinen Vater pflegte; anfangs ist man mit einer Euphorie dabei, aber wenn es über Jahre anhält wird es zunehmend belastender. Nicht das man nicht mehr wollte, man verkraftet es einfach nicht mehr so wie anfangs, man verliert an Kraft. Vielleicht würde ich ohne die Vorbelastung alles was mein Mann jetzt mehr macht als selbstverständlich ansehen und denken, du würdest es genau so machen, aber so weiß ich wie es in ihm aussieht. Er opfert sein Leben im Moment meinem Leben – das ist nicht richtig! Das sollte so nicht sein! …

© by Elke/E.L.

 

Herzliche Grüße Elke

 

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11 Antworten

  1. Monika

    Liebe Elke,denk bitte niemals wieder so … Du kannst gar keine Belastung Deines Mannes sein – Du bist sein Glück!Wie auch immer die Randbedingingen sind, genieße jeden Augenblick. Du hast ihn – jetzt gerade. Andere haben diese Möglichkeit nicht erhalten. Noch andere haben sie nie kennengelernt.Liebe Grüße – Monika.

    10. Januar 2009 um 11:51

  2. Ute

    Liebe Elke,Ich denke ich kann deine Gedanken ein bischen nachempfinden.Ich wünsche dir, das es dir bald wieder besser geht.Vor allem deiner Seele, denn die Seele ist der halt des Körpers.Und wenn dann bald wieder die Sonne scheint, du vielleicht nach draußen gehen kannst, dann geht es der Seele auch wieder besser!Bis zu dieser Zeit, versuche immer daran zu denken,Wir alle sind in Gottes Händen, denn Gott allein hat die Macht, alles wieder gut werden zu lassen.Ich sende dir viele liebe grüsse.Ute

    9. Januar 2009 um 18:54

  3. Armin

    Liebe Elke,… mit großer Freude laß ich, daß Du einen Lebenspartner wie Deinen Mann an Deiner Seite hast. Dies erfüllt mich deshalb mit großer Freude,wo es doch ein besonderes segensreiches Glück ist und in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, wer es selbst erlebt, anders herum, weiß um den Rucksack mit Backsteinen.Unser Allmächtiger Vater möge Dir und Deinem Mann, eurem Hause dieses einssein bewahren und diese Gnade – egal wie auch sein Wille geschehe – seiner gedenken.Völlige Freude in eurer Lieb werde euch zu Teil , und verbleibeArmin

    9. Januar 2009 um 01:21

  4. Elke

    Liebe Freunde,danke für Eure warmen Worte. Sie tun einfach gut. Ich gebe nie auf,aber manchmal ist es schon arg, so ohne Aussicht auf Besserung.Ich umarme Euch herzlich… Elke

    8. Januar 2009 um 00:18

  5. ღ Daniela

    liebe elke,ich lese deine beiträge. ich lese sie in deutsch, zur hilfe benuetze ich auch die google translate. so gerne moechte ich dich unterstuetzen, ermutigen. ich wollte dir ueber meine krankheit, ueber meine ausheilung schreiben und ich moechte vor allem dir zu sagen, dass ich dir sehr sehr den daumen halte.aber wegen meiner schlechten deutsch schreibe ich nur so wenig. liebe gruesse von daniela

    7. Januar 2009 um 23:31

  6. Kerstin

    Liebe Elke…meine Vorschreiberinnen haben alles gesagt…dem schließe ich mich an……du bist eine starke Frau – und ich bewundere wie du mit deiner Krankheit umgehst, sie nicht verdrängst und offen über deine Gefühle schreibst… damit gibst anderen -nicht nur Betroffenen- Halt…Danke!!Zum Stark-sein gehört auch mal schwach-sein…das zuzulassen macht wiederum stark……ich wünsche dir die Kraft die du brauchst…in diesem Sinne fühl dich umarmt herzliche Grüße Kerstin…ps. Danke für deine Kommentare…

    7. Januar 2009 um 22:19

  7. WhiteHaven

    Hhmmm… DU WILLST NICHT ABHÄNGIG SEIN! Aber, sind wir nicht alle abhängig in irgendeiner Form, von diesem und von jenem…und sei es von der Luft, die uns umgibt…und wenn du zur Zeit eben mehr abhängig bist wie du es gewohnt bist, dann hoffen wir hier doch alle das sich das wieder zu deinen Gunsten ändert…! Ich wünsche dir viel Kraft und Energie!liebe grüsseWhiteHaven

    7. Januar 2009 um 19:43

  8. lis

    Hi liebe Elke….es ist so traurig Deine Berichte zu lesen, wo Dir von uns doch keiner helfen kann.Aber ich denke ganz fest an Dich mit den festen Wunsch, dass es Dir doch bald wieder etwas leichter wird und nicht verzweifeln musst.Ist ja auch nicht leicht immer nur stark und optimistisch zu sein, aber in Deinem Inneren denke fest, dass Du mit der Krankheitzurecht kommst und Dich von Ihr nicht unterkriegen läßt.Es ist leichter gesagt, weiss ich, aber versuch es immer wieder, nicht unterkriegen lassen!In Gedanken immer wieder bei Dir mit einer herzlichen Umarmung wünsche ich Dir eine gute und ruhige Nacht….Lis

    7. Januar 2009 um 18:40

  9. raphaela

    liebe elke…in guten wie in schlechten zeiten…..ich wäre froh gewesen, wenn ich damals als ich meine diagnose bekam und meine kinder klein waren, einen mann an meiner seite gehabt hätte , der dies alles für mich getan hätte…es ist manchmal für menschen schwer..anzunehmen…..und es macht menschen manchmal hilflos und verzweifelt wenn sie merken, dass jemand durch einen mehr-arbeit hat…..aber denke immer daran…….es gibt nicht so viele ehepaare die so wie ihr beide denkt und lebt……ja das ist wahrlich ein sechser mit zusatzzahl…obwohl es für dich sehr schwer ist…weil du wieder alles selber machen möchtest…ich drück dich mal ganz feste …und wenn du möchtest meldest dich im messi..zwinker…weisst eh wie das immer "reibungslos" funktioniert….jepp…genau…da ..bei diesen worten ..sehe ich glatt ein schmunzeln in einem gesicht…zwinker..drück dich und wünsch dir viel kraft und energiedeine raphi

    7. Januar 2009 um 12:31

  10. Sternchen

    Liebe Elke, ich weiß es klingt profan doch es ist die Wahrheit, in guten wie in schlechten Tagen und ja Du würdest es in der Situation ganz genauso tun, sorgen für Deinen Partner! Ich glaube das Deine Familie glücklich ist Dich zu haben undfür Dich sorgen zu können . Es ist Dein momentanes Tief das Dir suggeriert, eine Last zu sein. ES GEHT VORBEI**** Drück Dich Camina

    7. Januar 2009 um 10:22

  11. mam

    Guten Morgen Elke,schön, dass du wieder da bist. Nach so einer Flaute kann es ja nur noch aufwärts gehen. Es geht uns allen so, mal ganz oben …mal ganz unten. Ich weiß schon, dass es bei dir eine andere Relation hat, aber ich denke dein Mann und deine Familie sind bestimmt dankbar für jeden Moment, den sie bei dir sein können. Ich will dir jetzt nicht unbedingt meine Meinung aufzwingen, aber vll schaffst du es, deine Situation anzunehmen wie sie ist. Du bist niemandem eine Last …aber manchmal kommen wir eben in eine Situation, wo wir auf Hilfe und Entgegenkommen angewiesen sind. Nimm es einfach an ….es steht dir zu. Genies deinen Tag, so gut es eben geht ….lass dir noch liebe Grüße da …du bist wunderbar …Gerti

    7. Januar 2009 um 09:46

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