Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Es wird nicht besser… (KtgB)

 
 

 

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Dieses Mal wird es einfach nicht besser. Am liebsten würde ich den Kopf an die Wand schlagen um wenigstens etwas zu fühlen, außer diesem toten Gefühl. Es geht einfach nicht  weiter – ich bin nicht der Mensch dafür… ich brauche Herausforderungen, ich brauche Bewegung in meinem Leben und nun hat mich der Schub auf eine Schiene geschoben in der ich nichts mehr tun kann. Ich möchte schreien, aber es würde nichts bringen. Alles macht mich nervös; mein Mann, meine Kinder, Anrufe – alles, einfach alles. Ich merke wie sich in mir immer mehr aufstaut und wenn nicht bald eine Änderung eintritt werde ich explodieren. Wie ein gefangenes, eingepferchtes Tier komme ich mir vor und weit und breit keine Möglichkeit artgerecht zu leben. Ein Mensch kann auf Dauer nicht 18 Stunden täglich herumsitzen und die Zeit verstreichen lassen, das ist wider der Natur. Ein sich wertlos fühlen macht sich in meinem Kopf breit, nimmt mein ganzes Denken ein. Ja, wozu bin ich noch nutze? Zu gar nichts. Was kann ich noch außer Denken – nichts. Nachts kann ich nicht schlafen, warum? – ich weiß es nicht, ich weiß nur der Schlaf fehlt mir, macht mich noch unausstehlicher. Ich sollte dankbar sein, dass meine Tochter wenn sie von der Uni kommt an einem Stück mit mir spricht, ihre Erlebnisse an mich weiter gibt, aber es macht mich unruhig und ich ertappe mich immer wieder, wie ich mich zwingen muss um ihr nicht zu sagen; halt endlich mal den Mund. Wenn mein Sohn von der Arbeit kommt, laut pfeifend und gut gelaunt, möchte ich ihn am liebsten anfahren, dass er nicht so einen Aufstand machen soll, die Ruhe im Haus lassen soll – es geht mir alles an die Substanz… andererseits wenn sie es nicht tun, bin ich ungehalten, weil mit mir niemand reden möchte oder weil ich mir Sorgen mache, dass es ihnen nicht gut geht… ich verstehe mich selber nicht mehr! Langsam aber sicher macht sich ein nicht mehr wollen in meiner Seele breit, ein „es hat doch alles keinen Sinn mehr“. Es ist keine Depression, darauf schiebt man oftmals ein Gefühl dass einem unangenehm nicht erklärbar ist, aber das ist es nicht bei mir, sondern einfach erleben müssen, dass man trotz großer Anstrengung keinen Schritt weiter kommt. Vergangene Woche musste ich stündlich 18 verschiedene  Medikamente (kein Schreibfehler) einnehmen – die Ärzte wollten erreichen, dass ich wenigstens zu ihnen kommen konnte um einige Untersuchungen durchführen zu lassen und was kam dabei heraus? – meine Schmerzen wurden mehr, weil die Organe sich wehrten (nehme ich an). Mein Arzt kommt fast jeden 2. Tag vorbei und führt lange und gute Gespräche mit mir, aber es ändert nichts an meinem körperlichen, gesundheitlichen Zustand. Immer öfter muss ich erkennen wie aussichtslos (zur Zeit) mein Kampf gegen die Nachbehandlungserkrankungen ist. Zeitweise bin ich gedanklich so weit weg, dass ich erschreckt zusammenfahre wenn ich Tränen spüre und in die Realität zurückkomme. Es erschreckt mich! Ich habe mir angewöhnt 2 mal die Woche eine Psychotherapeutin anzurufen, die mich in der Trauerarbeit um meinen ersten Sohn und meiner Eltern begleitet hat und auch jetzt eine Hilfe ist, weil ich aussprechen kann, womit sich meine Seele beschäftigt. Ich glaube nur durch sie bin ich noch in der Lage zu akzeptieren, dass ich diese dunkle Zeit auch noch hinter mich bringen werde, aber sie hilft mir nicht bei meinem körperlichen Desaster. Die Angst, dass mein Zustand sich weiter verschlechtert, so verschlechtert, dass ich in absehbarer Zeit ein Pflegefall bin. Das könnte ich nicht akzeptieren, so könnte ich nicht leben. Meine Gedanken gehen manchmal nachts, so weit, dass ich mir vorstelle wie es wäre wenn ich nicht mehr klar denken könnte, man mir mein (Spielzeug) Laptop hinstellen würde und ich sonst nichts mehr mitbekommen würde. Es schüttelt mich jedes Mal bei der Vorstellung, macht mir Angst. Das ist doch kein Leben, nicht mal ein (irgendwie) überleben, es ist einfach menschenunwürdig und dahin will ich nicht kommen. Das will ich mir und meiner Familie nicht antun. Gedanklich, auch Gefühlsmäßig bin ich bereit die Konsequenz zu tragen, aber irgendwie hat mein Gott etwas anderes mit mir vor – wenn ich nur wüsste was und zu was es nutze sein soll. Niemand hat etwas von meinem jetzigen gesundheitlichen Zustand… In einer dieser endlos langen Nächten ist mir mal der Gedanke in den Kopf gekommen, ob ich es nicht genieße, so wie es jetzt ist, das soll es ja geben, aber nein, ich kann das nicht wirklich genießen – ich will einfach nur einigermaßen erträglich leben und dazu gehört, dass ich auch mal ganz normal mit meiner Familie etwas unternehme, dass ich mir meine Kleidung selber kaufen kann, dass ich meinen Haushalt in etwa selber bewältigen kann – ich glaube nicht, dass dies ein unverschämter Wunsch von mir ist. Aber ich werde nicht aufgeben und ich weiß, eines Tages, wann und wie auch immer werde ich wieder leben…

© by Elke/E.L.2009

 

herzliche Grüße Elke 

 

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22 Antworten

  1. Ute

    Liebste ElkeIch weiß es ist eine sehr schwere Zeit für dich.Gerade weil du nicht aus eigener Kraft dein Leben bewältigen kannst.Doch ich weiß das du es schaffst, hab Geduld, Gott gibt dir die Kraft.Ich denke das alles hat einen Grund, nur kennen wir ihn nicht!Ich schließe dich in meine Arme halte dich fest und sende dir meine Kraft.Du kannst sie jetzt brauchen.Ute

    14. Februar 2009 um 00:20

  2. Elke

    Danke Tina, es ist schön zu sehen, dass die Verbindungen nicht so oberflächlich sind, wie man manchmal bei dem Wort Internet denkt… freue mich dass Du wieder da bist… drück Dich auch lieb…Liebe Andrea,ja wegen der Verarbeitung führe ich mein KtgB… wenn Du mehr lesen möchtest, auf der Hauptseite linke Spalte ganz unten ist alles nieder geschrieben vom Tag der Diagnose an bis heute… lieb dass Du mir einen Kommentar geschrieben hast… werde nachher mal ganz in Ruhe Deine Seite besuchen (ich hoffe Du hast eine :-)… herzliche Grüße Elke

    13. Februar 2009 um 07:49

  3. Andrea

    Hallo Elke!Bin gerade über Deinen Blog gestoplert. Es scheint, als gäbe es keine Worte des Trostes, wenn man sowas nicht selbst mitgemacht hat… Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass es in manchen Situationen des Lebens aber schon reicht, wenn man sich mitteilen kann und es Menschen gibt, die an einen denken (auch wenn sie "nur" via Internet vorhanden sind. Ich hoffe, dass es Dir ganz bald viel besser gehen wird und Du den kommenden Frühling genießen wirst!Fühl Dich gedrückt,Liebe Grüße,Andrea

    13. Februar 2009 um 07:04

  4. Tina

    Halt durch, liebe Elke…von mir auch eine Umarmung!!

    12. Februar 2009 um 07:30

  5. Elke

    Liebe Gabi… danke für Deinen Kommentar… ich warte voller ungeduld, dass der Anfall :-) endlich mal vorbei geht… seit kurz vor Weihnachten hält sich das jetzt… solange hatte ich das noch nie, aber ich sitze in Wartestellung und hoffe, und hoffe, und hoffe… schön Euch als Freunde zu wissen… herzlichst Elke

    9. Februar 2009 um 11:41

  6. Gabi

    Liebe Elke…ich kann mich auch nur meinen Vorschreiberlingen anschliessen…und Dich ganz lieb umarmen…..Ich bin in Gedanken bei dir, alles Liebe wünscht Dir die Gabi

    9. Februar 2009 um 10:51

  7. Elke

    Danke lieb Svenja-Maus, nein ich werde niemals aufgeben, aber ich gestatte mir ab und an mal einen Durchhänger, lächel kommt ohne mein zu tun und manchmal empfinde ich es als erleichernd… geht ja auch nicht das ich aufgebe, was sollt Ihr dann ohne mich anfangen :-)…danke dass Du mir immer so viel schreibst hier und auch sonst… drück Dich lieb… Elke

    7. Februar 2009 um 17:01

  8. Svenja

    Liebe Elke, ich kann mich meinen Vorschreiberinnen ebenfalls nur anschliessen! Umarme dich aus der Ferne! Trotz der vielen traurigen Worte, erkenne ich bei Dir, dass du Dich nicht einfach aufgeben wirst! Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist immer am Horizont, wenn man es zulässt! Denk an dich! Liebe Grüsse… Svenja

    7. Februar 2009 um 13:49

  9. Elke

    Liebe Rainbow,bin froh solche Freunde zu haben, und einfach nur überwältigt… nehme Deine Umarmung gerne an und möchte Dich ebenso in meine Arme schließen… hoffe bald bin ich wieder in alter frische da und kann es Euch allen gut machen, wie sehr Ihr zu mir steht… Deine Spacefreundin Elke

    7. Februar 2009 um 12:41

  10. Rainbow

    Liebe Elke,wie immer bewundere ich Dich für Deine Stärke und Dein Durchhaltevermögen und so wie mich Deine Zeilen tief berühren weiss ich aber auch, DU wirst es schaffen. So wie Du ja selber schreibst \’Ich werde wieder Leben\‘. Du lebst jetzt auch, nur halt von Deinem Körper eingeschränkt. Ich freue mich, hier in Dir eine Freundin gefunden zu haben, die auch immer noch Zeit hat, sich Gedanken zu machen, wie es anderen geht uns seien die Sorgen auch noch so klein… …ich wünschte, ich könnte Dich wirklich umarmen – mache es hier mal virtuell. Sei lieb umärmelt und schaue weiterhin nach vorne…Liebe Grüße :*von Rainbow

    7. Februar 2009 um 09:08

  11. Elke

    Liebe Ute,danke für DEine lieben und mutmachenden Zeilen. Auch wenn sich im Moment die Hoffnungslosigkeit ein wenig in meiner Seele breit macht; ich bin nicht der Mensch der sich aufgibt… es wird je länger es dauert aber immer schwieriger seinen Lebenswillen zu motivieren. Deshalb, auch wenn einige es nicht hören wollen ist immer noch positives Denken angesagt und dabei helfen mir vor allen Dingen meine Familie und Ihr meine lieben Freunde, die an mich denken und mir zeigen das ich gar nicht so alleine bin wie ich mich ab und an fühle… ich umame Euch herzlich und bin stolz solche Freunde hier im Net gefunden zu haben, das hätte ich mir niemals träumen lassen… es macht mich ein Stück weit glücklich…Eure Elke

    7. Februar 2009 um 08:22

  12. Ute

    Liebe Elke,es sind nicht nur Worte sondern echte Gefühle, die dich aus dem Gleichgewicht bringen.Deine Gefühle, deine Ängste, deine Schmerzen.Keiner von uns allen hier kann dir das nehmen.Doch wir alle, lieben dich und fühlen mit dir.Du machst gerade eine extreme Phase durch.Ich weiß es hilft nicht den Schmerz zu töten,doch es hilft der Seele.Könnte ich dir helfen, deinen Schmerz für dich tragen,ICH WÜRDE ES TUEN!Doch ich kann es nicht,so also denke ich an dich und hoffe weiter auf Besserung für deinen Körper, für deine Seele.Und ganz viel Kraft, für deine Familie.Ich kann dir nur meine guten Gedanken und Wünsche schicken.Ich schicke dir eine Umarmung Verliere nie die Hoffnung.Ute

    6. Februar 2009 um 21:24

  13. Elke

    Danke Freunde,es tut gut zu sehen, dass ich nicht alleine bin. Ihr macht mir Mut… schön Euch zu haben und zu lesen…seid lieb gedrückt Eure etwas mutlose Elke

    6. Februar 2009 um 20:33

  14. DANI´s

    Liebe Elke ! Eigendlich kann ich mir nur den anderen hier anschliessen . Ich gebe zu das ich etwas geschockt und sehr Traurig bin das hier zu lesen . Ich bitte dich gebe nicht auf den wie du siehst bist du ein wichtiger Teil vom ganzen . Ich bin mir sicher das du es schaffen wirst den so ein lieber und aufrichtiger Mensch wie du es bist gibt nicht nur Liebe sondern hat es verdient sie zu bekommen . Ich drücke dich in gedanken auch ganz vorsichtig wen ich darf . Schicke dir all meine positiven gedanken . Lg Dani

    6. Februar 2009 um 20:26

  15. Ewa-Janina

    Elke , achmein Kopf ( lach ) die Post , wird in März , ich hab dich nicht vergessen , enfach tiefe depresion . GFG für dich . ewa

    6. Februar 2009 um 20:09

  16. Ewa-Janina

    Liebe Elke , die wort fehlt mir , die gefühl bleibt !!! ist sehr schwer !!! wer hat das nich überlebt , weis es nicht , wie ist die wirklichkeit . Liebe Elke , das wird alles Gut ,man muss Nur durch die Loch durchkommen , Die Ziel : das Leben ist Schön , die Gedanke : Frei !!! Die Krise , ist bald vorbei ::::: Die Sonne ist eine Univeralarznei aus der Himmelsaotheke:::: Ich drücke dich ganz Herzlich und post von Mir , du muss selbst abholen von Brifksten . GL grüße Ewa p.s Liebe Elke , ist so ,ich habe einfach verloren lust auf pc , lebens krise !!!

    6. Februar 2009 um 20:06

  17. Peter

    JA LIEBE ELKEDU SCHREIBST ES SELBST,EINES TAGES WIRST DU WIEDER NORMAL LEBEN KÖNNEN!GANZ BESTIMMT!!DIE ZEIT JETZT MUSS SEHR HART FÜR DICH SEIN, ABER SIE GEHT VORÜBER.DA BIN ICH MIR SICHER!!!!FÜHL DICH VON MIR GEDRÜCKT UND IN DEN ARM GENOMMEN(ALBERT SOLL ES AN MEINER STELLE TUN)ABER DEN DICKENKNUTSCHER VON MÜTZE MUSST DU DIR SELBST ABHOLEN!!(GRINS)S PETERLE

    6. Februar 2009 um 18:40

  18. Kerstin

    Liebe Elke…in solchen Momenten möchte man einfach nur den Arm genommen und festgehalten werden…man möchte loslassen und weinen können…fühl dich umarmt u lass deine Gedanken frei…du bist stark, liebe Elke ich denk an dich und wünsche dir ein erholsames Wochenendeliebe Grüße Kerstin…ps. ich schick dir die Sonne – möge sie dir Wärme, Licht und Kraft schenken und ein "kleines" lächeln, weil es dich gibt… :)

    6. Februar 2009 um 18:27

  19. WhiteHaven

    Hallo liebe Elke,also ich umarm dich auch…einfach so…ganz vorsichtig, aber dann doch auch ein bißchen fester…!wo es Schatten gibt, da gibt es auch Licht…liebe GrüsseWhiteHavenliebe Grüsse

    6. Februar 2009 um 16:05

  20. mam

    Hallo liebe Elke,ich würde dir so gerne etwas sagen, womit ich dir helfen könnte ….aber ich fühle mich nicht berechtigt, das Wort in dieser Form an dich zu richten.Denn niemand ausser dir, weiß wirklich was du durchmachst und wie du dich fühlst.Ich wünsche dir, dass du deine Angst ablegen kannst …zumindest ein bisschenund dass du deine Situation annehmen kannst ….Elke du bist wunderbar, so wie du bist!!Ich umarm dich mal ganz lieb ….und schick dir liebe Grüße aus Österreich Gerti

    6. Februar 2009 um 15:11

  21. Elke

    Danke, das ist das was ich brauche…

    6. Februar 2009 um 13:45

  22. Andrea

    Liebe Elke,ich hab grad das Gefühl jedes Wort was ich dir sagen möchteist nur irgendeine Phrase =(also lass ich es lieber und umarm dich und drück dich stattdessen ganz herzlich und denke an dich =)Liebe GrüßeAndrea

    6. Februar 2009 um 12:27

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