Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Narrenzeit 2009… (KtgB)

 

 

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In diesen Tagen denke ich mit besonderer Wehmut an die Zeit zurück bevor ich die Diagnose Krebs bekam beziehungsweise krank therapiert wurde. Mein Leben war noch in Ordnung, ich fühlte mich gut und ich lebte mein Leben. Nicht immer leicht, weil die Pflichten mich genauso in Anspruch nahmen wie wohl jeden anderen Menschen, aber ich lebte. Was ist davon übrig geblieben von dem „normalen Leben“?

An solchen Tagen wie Karneval trifft es mich besonders hart, dass ich nichts mehr unternehmen kann, dass ich den Tag einfach nur herum bekommen möchte oder besser gesagt muss  – ein Einerlei – Tag für Tag und doch darf ich mich nicht beklagen, denn es geht mir besser als vielen anderen Menschen, das sagt mir mein Verstand doch meine Seele weint. Sie weint mit jedem Tag mehr. Ich fühle mich nutzlos und muss aufpassen, dass ich nicht in ein Gefühl des Selbstmitleids hineinfalle. Es ist schwer meine Pläne immer und immer wieder auf das kommende Jahr zu verschieben, mir einzureden; aufgeschoben ist nicht aufgehoben, meine Anträge für die Reha-Maßnahmen wieder und wieder neu zu stellen und gesundheitlich keinen Schritt voran zu kommen. Ich möchte doch einfach nur ein wenig „Normalität.“

Ja in diesen närrischen Tagen wird es mir überdeutlich bewusst, dass ich anders bin als früher. In den vergangenen 2 Jahren habe ich mich von dem bunten, fröhlichen Treiben abgeschottet, keine Sitzungen im Fernsehen angesehen, keinen Rosenmontagszug mit verfolgt, keine Stimmungslieder bis zu mir durchdringen lassen. Ich habe die 5. Jahreszeit einfach ignoriert, aus meinem Kalender gestrichen. Doch wenn die Tage vorbei waren, hatte ich ein schales Gefühl in mir. Dieses Jahr wollte ich es besser machen, habe mir Weiberfastnacht eine Flasche Sekt mitbringen lassen und wollte sie, während ich mir die Jecken auf dem Altermarkt im Fernsehen ansehe und Lieder wie; Ich möch ze Fuss no Kölle jon, oder Drink mer noch e Dröpsche, gemütlich einverleiben und so ein wenig teilnehmen an dem ganzen Zauber.

Aber die Seele lässt sich nicht einlullen, lässt sich nicht täuschen, sie empfindet das Wahre, die Realität, und nicht das zwanghaft herbeigeführte. Somit steht der Sekt immer noch gut temperiert im Kühlschrank und wartet auf den geeigneten Augenblick.

© by Elke/E.L.2009

 

Herzliche Grüße Elke

  

 

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6 Antworten

  1. Tina

    so ist ist gut, liebe Elke…nie aufgeben!!! Ich drück dich!

    23. Februar 2009 um 03:35

  2. Elke

    Liebe Gabi, Marina, Sternchen und mam forever,danke für Eure lieben Kommentare, sie haben mich sehr berührt… dieser Blog ist wie die meisten meiner KtgB Blogs aus einem Moment meiner Gefühle herausgeschrieben, also nicht mein ständiges Denken. Macht Euch bitte keine Gedanken um mich… ich bin eher der Mensch der nie aufgibt und der mit dem Humor auf „Du und Du“ steht. Manchmal tut es halt auch mal gut die Luft abzulassen, es gehört mit zur Verarbeitung einer Situation… nächstes Jahr hüpfe ich wahrscheinlich als Funke Mariechen über die Bühnen der Kölner Sitzungssäle :-)…ich wünsche Euch noch eine schöne närrische Zeit…herzlichst Elke

    23. Februar 2009 um 00:30

  3. mam

    Ja liebe Elke …du schaffst es …vll kannst du das Licht am Ende des Tunnels schon erkennen….hab auch ne Flasche Sekt im Kühlschrank ….seit Jahren ….sie wartet wohl auf einen besonderen Moment Sekt soll ja mit dem Alter immer besser werden ;-) ….lg von mir

    22. Februar 2009 um 12:03

  4. Sternchen

    Hoffnung, Mut und Tapferkeit sowie einen guten Schuss Humor sind bei Dir liebe Elke in großem Masse vorhanden.Dir und Deiner Seele macht die Geduld sehr zu schaffen die Gott Dir auferlegt hat. Liebe Elke, Du schaffst es, ich wünsche Dir noch einen schönen SonntagCamina

    22. Februar 2009 um 10:38

  5. ..

    tja früher, früher war eben alles anders. ich sag\’s dir, einfach nicht drüber nachdenken und durch! ich weiß, dass es verdammt weh tut wenn man nicht mehr das machen kann, was man möchte!! aber wir wissen auch, dass wir\’s nicht mehr ändern können. also was bleibt? unsere augen auf ein anderes merkmal richten und hoffen, hoffen dass es eines tages besser wird!!! wie die besserung allerdings aussehen soll, nun das vermag wohl niemand zu sagen!!! also kopf hoch……

    22. Februar 2009 um 10:32

  6. Gabi

    Liebe Elke……..ich kann es nachvollziehen was Du hier schreibst….aber wie es in wirklichkeit in Dir aussieht weißt nur Du. Du bist so tapfer und ich hoffe Du verlierst nie Deinen Mut und vor allem die Hoffnung. Ich weiß das hört sich jetzt irgendwie blechern an….aber hoffe weiterhin auf wieder bessere Zeiten liebe Elke. Ich bin in Gedanken bei Dir………..und möchte Dich jetzt gerne umarmen und festhalten.Ich wünsche Dir von ganzen Herzen alles Gute, viel Kraft, viel Zuspruch, viel Zuversicht, viel Mut, viel Hoffnung…….L.G. Gabi

    22. Februar 2009 um 10:09

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