Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Traurige Augen…

 
 

Traurige Augen…

Dunkle traurige Augen, geweitet von maßlosem Nichtverstehen sehe ich vor mir. Sie gehören einem kleinen Kind, welches ich wohl mehr zufällig mitten in der Stadt gesehen habe. Es hob sich mit diesen Augen aus der Masse hervor, ließ mich spontan stehen bleiben, zogen meinen Blick magisch an. Augen so voller Leid und doch mit einem kleinem Hoffnungsschimmer auf mich gerichtet, machen mich unsicher, ja ein wenig hilflos…

Langsam und mit unsicheren Schritten nähere ich mich, angezogen wie durch einen Magnet dem Kind dem diese Augen gehören und frage es, mit einem vorsichtigen Lächeln, ob ich ihm irgendwie helfen könne.

Seine dunkelbraunen Augen wurden noch dunkler, fast schwarz und ein Erstaunen spiegelt sich in ihnen wieder, so als wollten sie mich fragen; ‚Warum willst Du mir helfen, Du kennst mich doch gar nicht‘.

Ja, es stimmt ich kenne dieses Kind nicht und doch fühle ich mich ihm auf seltsame Art verbunden, empfinde eine Zuneigung wie ich sie meinem eigenem Kind nicht mehr entgegen bringen konnte.

Meine Gefühle fahren Karussell in meinem Herzen und nachdenklich setze ich mich neben dieses kleine Kind, wollte sehen was es sah – doch mein Blick blieb unscharf fast blind.

Menschen strömen an uns vorbei, streifen uns mit hastigen, uninteressierten Blicken. Gleichgültigkeit und Abgehetzt sein  vermitteln sie mir, und machen mich Nachdenklich.

Die Lebensweise hat sich geändert, wir gehen alle unseren Weg jeder für sich, zielstrebig ohne Zeit um sich Gedanken über das Schicksal unserer Mitmenschen zu machen. Auf einmal fühle ich wie ein Gefühl der Einsamkeit, des Alleinseins in mir hochsteigt  und ich verstehe den Blick des Kindes, mehr als mir lieb ist.

Schmerzhaft wird mir bewusst, wie wenig Gedanken ich mir bis heute darüber gemacht habe wie es anderen Menschen um mich herum ergeht in dieser schnelllebigen, dem Stress unterlegenen Zeit.

Dankbar führ diese Erkenntnis schaue ich in Richtung  des Kindes – doch sein Platz ist leer. Vielleicht habe ich hier nicht die dunklen, traurigen Augen eines Kindes gesehen, sondern die meines Gewissens…

© by Elke/E.L.2009

 

Ich wünsche Euch ein schönes und nachdenkliches Wochenende…

Herzliche Grüße Elke

 

  

 

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2 Antworten

  1. - Pusteblume

    …sehr schön in Worte gefasst, liebe Elke. Leider ist unsere heutige Zeit so voller Egoismus. Jeder denkt nur noch an sich und sieht beim Leid anderer schnell weg. Dabei ist es doch so einfach, mal ein paar nette Worte zu sagen oder jemandem zu helfen, der in Not ist. Es muß ja nicht materieller Art sein, aber ein bisschen Mitgefühl und Zuhören ist für viele ein Zeichen des "Nicht-allein-Sein´s. Ein sehr schöner Blog.Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag und drücke dich…liebe Grüße von Gabi

    19. April 2009 um 15:14

  2. Kumpeline

    Wie bekannt mir das alles kommt und wie schön Du die Gefühle von so vielen Menschen beschrieben hast Elke, danke.Ich musste ganz spontan an Anette denken…Gott habe sie selig. Liebe Grüße

    18. April 2009 um 19:37

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