Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Lang erwartet…

 
 

 

 

Das Wunder ist geschehen, ich hatte ja nicht wirklich daran geglaubt, aber gestern Abend rief mich meine herzallerliebste Tochter von ihrem Kurzurlaubsdomizil an der Ostsee an.

Mein Herz setzte fast aus als ich auf dem Display meines Telefons Jennifer las. Mein erster Gedanke ‚es ist etwas passiert‘, denn ich hatte nicht wirklich damit gerechnet, dass sie sich meldet. Ich weiß nicht, aber ich war früher anders, wenn ich von zu hause weg war rief ich täglich kurz zu Hause an einmal zur eigenen Beruhigung aber auch um meinen Eltern ein gewisses Quäntchen Sicherheit zu geben, Ihnen ihre Angst zu nehmen.

Allerdings wurde ich auch anders groß. Bei mir war die Familie oberstes Gebot soll heißen wir lebten zu 3 Generationen in einem Haus und jeder war für jeden da. Es gab nie eine Zeit, wo ich mal keinen gehabt hätte (auch nicht für ein Stündchen) dem ich mich nicht hätte anvertrauen können. Irgendeinen Weltschmerz hatte man als Kind oder Jugendlicher doch immer mal und es war einfach nur beruhigend zu wissen, da ist immer jemand der zu erreichen war. Wir waren halt nicht so „früh so selbstständig“ und liebten die Fürsorge durch die Familie.

Heutzutage werden die Kinder selbstständiger erzogen und werden früher erwachsen. Auf der einen Seite schade denn die Kindheit und auch die Jugendzeit wird dadurch doch ein wenig verkürzt. Andererseits denke ich, ist es für das spätere Leben wichtig selbständiger erzogen zu werden, denn das Leben ist nicht nur schön sondern bringt so manche Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Wichtig ist, das richtige Maß zu finden um sich präsent zu zeigen, aber nicht allgegenwärtig.

Es war ein sehr schönes Gespräch und wir haben viele Gefühle ausgetauscht und auch herzhaft lachen können, was mir im Moment ein wenig abgeht, aber das ist eine andere Sache die hier nicht hin gehört. Ein Thema war die Marienkäferplage an der Ostsee. Ich muss gestehen bis zu dem Anruf wusste ich gar nichts von dieser Plage der eigentlichen netten Käferchen. Da kann man mal sehen wie ich die Nachrichten verfolge in solchen für mich eigentlich nicht so wichtigen Themen – dabei hätte es wichtig sein müssen, da meine Tochter sich dort zur Zeit aufhält.

Allerdings meinte sie, es hielte sich in Grenzen mit den Marienkäferchen, zwar landeten sie Minütlich  auf ihrer Kleidung, Gesicht und Arme sowie Beinen und auch im Rudeln von 5-6, aber durchaus erträglich und auch irgendwie schön. Der Nachteil; die Fliegen machten es den Käferchen nach und das war weniger schöne, denn diese sind ja nun mal dreister und wesentlich aufdringlicher.

Dann allerdings nahm das Gespräch eine Wendung, die ich so nicht haben wollte, denn meine Tochter meinte nach eine kleinen Pause; ‚Du Mama, Dir geht es nicht gut, hast Du wieder so starke Schmerzen – sag jetzt nicht nein, ich spüre es irgendwie‘ – ich musste schlucken, denn ich hatte bewusst fröhlich mit ihr über dies und jenes nur nicht über mich geplaudert. Natürlich versuchte ich sie, wie es wohl jede Mutter tun würde zu beruhigen und meinte, dass es daran liege, dass ich das erste Mal ohne sie Beiden sei und es um mich herum doch ziemlich ruhig sei. Antwort; ‚ja ja, alles klar, übrigens bin ich 21 und keine 5 mehr‘. Es ist einfach schön für mich zu sehen, dass sie und ihr Bruder sich so viel Menschlichkeit bewahrt haben und ohne große Worte merkten wie es anderen Menschen wirklich geht.

Sonntagnachmittag pünktlich zum Essen trifft sie mit ihrem Freund wieder bei uns ein und nun zähle ich jede Stunde bis ich sie wieder in die Arme schließen kann.

Nach Beendigung unseres Telefonats textete ich weiter mit meinem Messipartner, der solange ganz brav gewartet hatte, und war ein wenig abgelenkt.

Anschließend aber kehrten meine Gedanken zu meinen Kindern zurück, sie fehlen mir einfach, ohne sie bin ich ein wenig trauriger, sie fehlen mir enorm. Aber ich hatte auch ein neues Thema, denn ich informierte mich ein wenig über diese Marienkäferplage und was ich da im Internet fand war nicht so prickelnd. In einem Ort an der Ostsee war es so schlimm dass riesige Schwärme sich auf die Menschen niederließen. Ein Bild werde ich nie mehr vergessen – das Gesicht eines Mannes dessen Gesicht zu zweidrittel mit diesen Marienkäfern in Beschlag genommen war. In solch einem Fall würde ich die sonst so niedlichen Marienkäfer auch nicht mehr so herzig finden.

Ein anderes Thema, worüber ich ungewollt nachdenken musste, war meine Unsicherheit wie ich wenn es denn soweit wäre, dass meine Kinder ausziehen, damit umgehen würde. Ich denke mal ich sollte hier mit meinen Gedanken fortfahren um dann wenn der Tag X kommt innerlich gewappnet zu sein. Schwer wird es auf jeden Fall werden, denn ich bin ein gefühlsbetonter Gewohnheitsmensch, der sich auch nicht von seinen Eltern so richtig abnabeln konnte und bis zuletzt die Verantwortung für sie übernahm.  Manchmal ein wenig anstrengend, aber eben mein Naturell und auch sehr schön für sie da zu sein…

Jetzt warte ich noch darauf, dass sich mein Sohn meldet  und mir mitteilt wann er denn wieder eintrifft, damit ich meine Schäfchen endlich alle um mich herum habe…

Euch liebe Freunde und Besucher wünsche ich einen schönen Freitag und ein noch schöneres Wochenende…

 

Herzliche Grüße Elke

 

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2 Antworten

  1. Ewa-Janina

    Liebe Elke : die zeiten haben sich verendet , aber du hast sehr Liebe Kinder !!!! ich wünsche dir ein SCHÖNE ERHOLSAME Wochenende , Bitte Entschuldigen mich , ich bin wie vor ganz selten hier und am pc , die gedanke sind verbunden !!!ist mitte Sommer und ich freue mich auf herbst usw ,usw usw .GLG EWA

    31. Juli 2009 um 10:00

  2. Sternchen

    Dir auch ein schönes Wochenende liebe Elke, das Du zweifelsfrei haben wirst wenn Du Deine Schäfchen wieder um Dich hast, gell? Ja irgendwann gehen sie aus dem Haus und leben ihr eigenes Leben und es dauert eine Zeit bis man sich damit Schmerzfrei abfinden kann. Es ist aber ja der Lauf der Dinge und die Verbindung bleibt ja , nur auf eine andere Weise, wie sagt man so schön? Die silbernen Familienbande dehnen sich, aber sie reissen nie…Ganz liebe Grüße Camina…

    31. Juli 2009 um 09:14

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