Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Kindersegen- aus zwei mach vier…

 

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…ganz egal wie Ihr das seht – ich muss langsam anfangen einen Sparstrumpf zu stricken. Mein Lebenstraum war immer 4 Kinder zu haben. Zwei waren mir zu wenig und drei, da wäre immer eins übrig geblieben, weil sich nun mal gerne ein Pärchen zusammen tut. Es hat nicht sollen sein! Es ist nun mal bei zweien geblieben und man richtet sich entsprechend sein Leben ein. Genug auf der hohen Kante weil durch Arbeit vor dem Kindersegen entsprechende Rücklagen – nicht sparen an den Kindern sondern klotzen, weil die Zeit so schnell vorbei geht, bis sie aus dem Haus gehen. Man gönnt sich ja sonst kein teures Hobby. Womit wir allerdings nicht gerechnet haben, dass aus 2 schnell 4 wird!

Nicht, das meine Kinder wie befürchtet ganz früh eine eigene Wohnung haben wollten, nein sie machen es sich in ihrem hohen Alter von 20 und 21 Jahren so richtig gemütlich hier. Warum auch nicht, sie brauchen so gut wie nix zu tun, weil verwöhnt. Sind sind so richtige ausgeprägte Paschas und wir das Personal und ihr ganz persönliches Konto, dass niemals und unter gar keinen Umständen in das Soll rutschen darf.

Wir, das Personal werden ständig umerzogen – ob es um die Musik oder um so banale Sachen wie Eigenverwirklichung der jungen Generation geht. Wir sind schlicht und ergreifend bemitleidenswert hinterm Mond. Seltsamer Weise gibt es in dem Freundeskreis meiner Paschas nur solche Menschenkinder, die alle Wünsche von den Eltern ohne zu hinterfragen und mit großer Freude erfüllt bekommen. Manchmal bin ich entsetzt was die Medien mir von den armen Hartz IV Empfänger erzählen wollen – sowas gibt es nicht wirklich, nicht in der realen Welt, zumindest sieht es so aus wenn ich höre, was anderer Nachwuchs so von ihren Eltern bekommen ALLE ohne AUSNAHME!  

Es ist nicht das Auto ihrer Mutter das sie wie meine Paschas täglich fahren dürfen – nein die anderen haben ALLE ihr eigenes und natürlich teures und schickes Auto. Taschengeld – Ehrensache, liegt im Bereich der halben Einkünfte des Personals. Der Speiseplan wird strikt von den Paschas aufgestellt wodurch  meistens 2 verschiedene Essen zur Debatte stehen und heiße Diskussionen darüber entstehen wer nun bevorzugt behandelt wird. Ebenso geht es mit allen anderen Dingen im Leben meiner Kids. Mal ein banales Beispiel. Wir das Personal haben uns erdreistet einen Großbildfernseher für unser Wohnzimmer zuzulegen und ungerecht wie wir nun mal sind haben die Kids nur einen mit normaler Bildgröße (wohlgemerkt jeder seinen eigenen). Ein Unding, aber man arrangiert sich. Da werden die WII meiner Tochter und die Playstation meines Sohnes an unseren Fernseher angeschlossen, weil natürlich viel schöner zu spielen bei kinogroßem Bildschirm. Fazit, einige Stunden am Tag werden wir das Personal enteignet damit Paschas sich in ihren Spielwelten ausleben können. Natürlich geht das nicht, ohne das es vorher und während des Spielens lautstarke Diskussionen gibt, wer gerade in diesem Moment die Rechte an dem Großbildfernseher besitzt und wir das Personal zusammen gestaucht werden, dass man immer dem anderen mehr Rechte einräumt. Dieses Problem haben die Paschas natürlich auch mit allen anderen Sachen des täglichen Gebrauchs – und wir sind immer ungerecht. Doch wehe das Personal hat die Nase voll und verweist alle Paschas in ihre Zimmer, dann auf einmal herrscht große Einigkeit und Solidaritätsbezeugungen gegen uns und wir werden zu Monstern – erlauben schlichtweg gar nichts. Soweit so gut, wir sind anpassungsfähig und haben uns ein etwas dickeres Fell zugelegt was unseren Nerven sehr zuträglich ist.

Meine beiden Paschas lieben ihr zuhause  (weil sie von uns geizigen Tyrannen kein Eigenheim bekommen) und diese Liebe wollen sie natürlich mit ihren Partnern teilen was zur Folge hat, das eben jene anfangs immer mal bei uns übernachteten. Kein Problem, nein wirklich nicht denn es bringt ein wenig Stimmung ins Haus, meistens spät abends wenn wir lieber schlafen würden, aber man kann eben als Personal nicht alles haben. Doch was wir in unserer Einfältigkeit zu spät merkten war die Einnahme unseres Reiches durch Partner der Paschas. Soll heißen der Freund meiner Tochter weil Semesterferien (die jetzt im Oktober aber vorbei sind) wohnt auf einmal hier und lässt sich sogar die Post nach hier schicken und die Freundin meines Sohnes die in einer anderen Stadt wohnt ist zum Dauerwochenendgast mutiert. Gastfreundschaft wird großgeschrieben bei uns – selbst bei Verlust unseres eigenen freien Lebensraumes. Nun kommen aber wieder die Rivalitäten unserer Paschas zum Tragen. Denn mein Sohn sagt; ‚Hallooo – ich gebe jeden Monat 150 Euro ab und ein fremder Typ hat seit Wochen freie Kost und Logis hier. Wieso soll ich bezahlen und ihn somit mitfinanzieren?!‘ Nun ja eine wirklich gute Frage. Um Streitereien zu vermeiden haben wir ihm solange der "fremde Typ" noch hier ist, sein Kostgeld ersatzlos gestrichen. 

Nun haben meine Kinder außer WII und Playstation auch andere Hobbys. Mal ab ins Aqualand, mal Kino, mal Phantasialand oder einfach nur ausgehen und abhängen. Von den ebenfalls reichlichen Sportvereinen abgesehen, geht das alles ganz schön ins Geld. Meine Tochter und ihr Freund studieren, also arme Studenten wo wir denn schon mal mit einer kleinen Finanzspritze nachhelfen müssen. Tun wir ja auch gerne, aber da kommt Sohnemann aufs Tablett… du Mama zahlt ihr uns denn auch den Eintritt für… (IHR zahlt ihr immer ALLES, obwohl sie Taschengeld bekommt). Das war unfaires appellieren an unseren Gerechtigkeitsinn und somit ein weiteres öffnen unserer mittlerweile stark abgriffenen Geldbörse.

Wie eben schon erwähnt ist der Freund meiner Tochter Student und die Freundin meines Sohnes ist Schülerin und entgegen den Behauptungen meiner Paschas das andere viel mehr von ihrem Personal bekommen scheint es hier nicht zu greifen, denn die Beiden sind immer irgendwie klamm. Wir gönnen unseren Paschas alles und wollen dass sie unbeschwert ihr Leben leben und solange wir das unterstützen können werden wir es unterstützen – wer weiß was die Zeit für sie noch bringt. Es ist keine einfache Zeit und Veränderungen  (nicht gerade zu unserem Wohle) sind angesagt.

Endergebnis – ich hole jetzt meine Wollreste zusammen und stricke mir einen Sparstrumpf!!!

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Herzliche Donnerstags-Grüße Elke 

 

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7 Antworten

  1. Daniela

    Hallo Elke…über Pierre auf Deinem Space gelandet. Dein Blog hat mich wirklich zum lachen gebracht. Sehr schön geschrieben und sehr realitätsgetreu…lach…Es grüsst Dich mal aus vollem Herzen die Daniela, die drei Kiddis "an der Backe hat" und mit Angst daran denkt, was sein wird, wenn diese sich verdoppeln…lach;)

    19. Oktober 2009 um 19:56

  2. Rainbow

    Hallo Elke,ja so ist das im Hotel Mama, wenn es denn so gut funktioniert. Ich versuche meinen Kindern ja auch vieles zu ermöglichen, schon gerade, weil ich es nicht so hatte. Mein Elternhaus war immer liebevoll, wenn denn jemand da war. Waren ja immer alle arbeiten. Bis auf meine Oma. Die war immer da. Da gab es auch immer etwas Warmes. Geld war irgendwie nie ausreichend da. Ich trug die Sportschuhe meines Bruders auf. Einmal bekam ich ganz tolle Sportschuhe. Von Puma. Blaue. Aus Wildleder. Ganz neue. Die trug ich soooolange bis meine Hacken blutig waren und meine Zehen gekrümmt. Waren wir Arm. Nein, eigentlich nicht. Meine Mutter konnte nur mit Geld nicht umgehen. Es rann durch ihre Hände wie Sand. Obwohl oder gerade weil ich nie mit der neuesten Mode gehen konnte und wir, bis ich auszog sogar noch einen Schwarz-Weiß-Fernseher hatten. Es kein Wii und Playstation oder PC gab, war ich ein sehr glückliches Kind. Ich bin, wegen meiner Ausbildungsstelle, mit 17 ausgezogen. Mein Vater war damals schon krank und meine Eltern konnten mich nicht unterstützen. Das gab mir damals schon das Gefühl, selbstständig, stark und eigenverantwortlich zu sein. Meine Kinder jaulen immer, sie haben kein Fernseher auf ihrem Zimmer. Es gibt einen im Wohnzimmer und einen kleineren auf dem Flur, den sie sich teilen müssen. Alle anderen haben natürlich ein Notebook mit Internetanschluss im Zimmer, Ferneher und Stereo-Anlage sowieso. Andere Eltern sind auch voll cool. Da sitzt die Mutter den ganzen Tag vor dem PC und der Vater vorm Fernseher und die Kinder können machen, was sie wollen. Nur er nicht… hm …ich finde, Kinder müssen nicht alles haben und nicht alles dürfen. Ich denke, auch bei Dir sind da Grenzen gesetzt, deshalb sind die Kids ja auch unzufrieden mit ihren Ernährern. ^^Und wie beruhigt ist man, wenn es überall woanders in den Familien genau so ist, wie zu Hause… :)Liebe Grüßeund ein schönes Wochenendewünscht Dir Rainbow

    3. Oktober 2009 um 12:41

  3. Pierre

    Liebe Elkeauch ich mußte bei Deinem Blog immer wieder schmunzeln. Die Mischung zwischen Ernst und Spass hat mir auch gut gefallen.Liebe Grüße mit viel Spass beim Strumpfstricken sendet und wünscht Dir ganz lieb Pierre

    1. Oktober 2009 um 13:53

  4. Elke

    Mit hochrotem Kopf weil ertappt schreibe ich meine Antwort; \’ja ich liebe meine Kinder über alles\‘ – aber sie geben mir auch viel. Sie haben mich noch nie wirklich enttäuscht. Ich kann nicht sagen, dass ich sie mehr liebe als meinen Mann, das geht nicht, weil es eine ganz andere Liebe ist… eher beschützend und stolz… freut mich das der Blog Euch gefallen hat… im Moment bin ich auch zeitweisewieder etwas besser dran und dann klappt es auch mit der heiteren Schreiberei…herzliche Grüße Elke

    1. Oktober 2009 um 13:29

  5. Sternchen

    Ja schier unbegrenzte Liebe tropft aus diesen Zeilen, aber wenn\’s Dich denn Glücklich macht, weiter so…Einen schönen Donnerstag und mach schnell mit dem Sparstrumpf…. auf das die Kasse immer gut gefüllt ist…Ich weiß nicht, irgendwie kommt mir das alles bekannt vor…

    1. Oktober 2009 um 11:00

  6. Mon

    Aus jeder Blog-Zeile spricht Liebe zu den Kid\’s.Unterhaltsam geschrieben!Liebe Grüße von mir…

    1. Oktober 2009 um 08:24

  7. Time

    Schöner Blog der mich schmunzeln lässt …. wünsche Dir auch einen schönen Donnerstag samt deiner Lieben ! LG TB

    1. Oktober 2009 um 07:34

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