Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Traurige Augen…

 

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Zur Adventzeit möchte ich noch mal eine kleine Geschichte einsetzen die ich vor ein paar Jahren geschrieben habe und die wie ich meine uns dazu auffordert ein wenig über den Sinn der Adventzeit nachzudenken.

 

Traurige Augen…

Dunkle traurige Augen, geweitet von maßlosem Nichtverstehen sehe ich vor mir. Sie gehören einem kleinen Kind, welches ich wohl mehr zufällig mitten in der Stadt gesehen habe. Es hob sich mit diesen Augen aus der Masse hervor, ließ mich spontan stehen bleiben, zogen meinen Blick magisch an. Augen so voller Leid und doch mit einem kleinem Hoffnungsschimmer auf mich gerichtet, machen mich unsicher, ja ein wenig hilflos…

Langsam und mit unsicheren Schritten nähere ich mich, angezogen wie durch einen Magnet dem Kind dem diese Augen gehören und frage es, mit einem vorsichtigen Lächeln, ob ich ihm irgendwie helfen könne.

Seine dunkelbraunen Augen wurden noch dunkler, fast schwarz und ein Erstaunen spiegelt sich in ihnen wieder, so als wollten sie mich fragen; ‚Warum willst Du mir helfen, Du kennst mich doch gar nicht‘.

Ja, es stimmt ich kenne dieses Kind nicht und doch fühle ich mich ihm auf seltsame Art verbunden, empfinde eine Zuneigung wie ich sie meinem eigenem Kind nicht mehr entgegen bringen könnte.

Meine Gefühle fahren Karussell in meinem Herzen und nachdenklich setze ich mich neben dieses kleine Kind, wollte sehen was es sah – doch mein Blick blieb unscharf fast blind.

Menschen strömen an uns vorbei, streifen uns mit hastigen, uninteressierten Blicken. Gleichgültigkeit und Abgehetzt sein  vermitteln sie mir, und machen mich Nachdenklich.

Die Lebensweise hat sich geändert, wir gehen alle unseren Weg jeder für sich, zielstrebig ohne Zeit um sich Gedanken über das Schicksal unserer Mitmenschen zu machen. Auf einmal spüre ich wie ein Gefühl der Einsamkeit, des Alleinseins in mir hochsteigt  und ich verstehe den Blick des Kindes, mehr als mir lieb ist.

Schmerzhaft wird mir bewusst, wie wenig Gedanken ich mir bis heute darüber gemacht habe wie es anderen Menschen um mich herum ergeht in dieser schnelllebigen, dem Stress unterlegenen Zeit.

Dankbar führ diese Erkenntnis schaue ich in Richtung  des Kindes – doch sein Platz ist leer. Vielleicht habe ich hier nicht die dunklen, traurigen Augen eines Kindes gesehen, sondern die meines Gewissens…

© by Elke/E.L

 

 

 

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3 Antworten

  1. Fee

    Danke, für deine schöne Geschichte. Sie macht mich nachdenklich…

    9. Dezember 2009 um 18:58

  2. Time

    hast du schön geschrieben…. so etwa kann jedem passieren , uns ist es auch so ähnlich gegangen mit einem kleinen Jungen den wir im KH kennen gelernt haben … er kam aus Angola und wurde bei uns behandelt… der Kleine war 3 Jahre alt ..und lag mit meiner Tochter zusammen auf ein Zimmer … er hat uns irgendwie verzaubert … solche Gefühle für ein völlig fremdes Kind innerhalb ein paar Tage zu entwickeln hätten wir auch nicht gedacht… uns wurde nahe gelegt uns nicht so um ihn zu kümmern, da für ihn der Abschied denn sehr schwer ist … er lag schon 6 Monate dort und hat dutzende Kinder & Eltern kommen und gehen sehen… das KH Personal ist da ja total hart .. aber wir konnten das nicht , er hat direkt in unser Herz geschaut und wir konnten nich entkommen… seine Betreuerin hat uns bestärkt das wir es richtig machen ihm etwas Zuneigung zu geben, sie war da völlig anderer Meinung als das KH Personal… wir haben uns von ihm verabschiedet als wir entlassen wurden … und in der Zwischenzeit ist er auch wieder bei seiner Familie … und wir hoffen dem kleinen Kerl gehts gut … LG TB

    9. Dezember 2009 um 12:16

  3. sascha

    Schöne Geschichte – hoffentlich regt sie einige Leute zum nachdenken an.

    8. Dezember 2009 um 17:11

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