Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Kaum zu glauben und doch wahr…

Es ist kaum zu glauben aber wahr.

Heute vor genau 37 Jahren haben mein Mann und ich uns nach einer langen Kennen-Lern-Phase, immerhin 3 Monate, das Ja-Wort gegeben. Es war ein rund herum toller Tag. Vielleicht nicht so wie man ihn sich wünscht, aber immerhin dieser Tag hatte etwas.

Morgens einen etwas schweren Kopf, die lästigen Nachwehen des Polterabends, stolperte ich erst mal über meinen armen Hund, einem ungarischen Hirtenhund Namens Dingo. Nun ungarisch und Dingo sagt ja schon alles. Es ging ihm schlecht!!! Wir hatten am Abend vorher für unsere Gäste an 2 Orten Bierfässer angeschlagen, im Wohnzimmer für die ältere Generation, und in meinem Schwarzen Zimmer wo sich die Jugend tummelte.

Dingo, der sich natürlich auch nützlich machen wollte tingelte von einem zum anderen Zimmer und leerte dort die Auffangschalen die unter den Fässern standen. Wie gesagt ungarisch und Namens Dingo!!! Das Ergebnis, er lag morgens wie tot direkt vor meinem Bett und so fiel ich natürlich über ihn, es war ja nicht sein normales Nachtlager. Er rührte nicht ein Augenlid während ich mich zu Tode erschrak und mir auch noch einen blauen Fleck einhandelte. Während ich mich wieder auf meine Beine hoch arbeitete ging ich noch kurz die Liste durch, was noch alles zu erledigen ist. Kleid abholen bei der Schneiderin stand ganz oben auf der Liste, es brauchte noch einige Abnäher in letzter Minute. Also ein Sprint unter die Dusche und ab ins Auto. Als ich von unserem Grundstück fuhr, erschrak sich ein, sich annähernder Autofahrer so sehr (er musste wohl in Gedanken gewesen sein), dass er seinen Wagen ruckartig auf die Gegenspur lenkte und dort von einem LKW leicht gestreift wurde. Großes Palaver war das Ergebnis. Er wollte mir die Schuld geben, obwohl ich mich noch auf unserem Grundstück befand. Der LKW Fahrer schrie mit ihm, er mit mir und ich rief einfach nur nach der Polizei, damit ich meine Termine noch einhalten konnte. Es war ein riesen Durcheinander. Allerdings ging es auch genauso schnell vorbei wie es begonnen hatte. Der Fahrer des PKW’s sah ein, dass er alleinige Schuld hatte und regelte den Rest mit dem LKW Fahrer. Nun wurde es langsam eng für mich und ich hatte schon keine Lust mehr auf Heirat, Hochzeit und solchen Quatsch – zumal ich noch sauer war, weil mein zukünftiger den Polterabend eher verlassen hatte um eine, na ja etwas sehr angetrunkene Bekannte nach Hause zu bringen und auf einem Weg auch gleich zu sich nach Hause fuhr um für den wichtigen Tag frisch zu sein. Wenigstens das Kleid war perfekt geworden und ich beruhigte mich wieder ein wenig. Dingo, der Ärmste lag unverändert in gleicher Lage vor meinem Bett und regte sich nicht. Ich warf das Kleid auf das Bett und sah nach ob er überhaupt noch lebte. Langsam hob ich ein Augenlid von ihm hoch, sah nur Rot und als ich es wieder los ließ fiel es schlaff in die alte Position. Schlecht für mich, er musste doch noch Gassi gehen bzw. kurz in den Garten, bevor ich mich endgültig zurecht machte. Ich stieß ihn ein paarmal unsanft an, aber keine Reaktion. Auch gut, hatte ich jetzt keine Zeit mehr für. Gott sei Dank brauchte ich nicht viel an meinen Haaren zu machen, sie waren Po lang und so brauchte ich sie nur einfach glänzend zu bürsten. Ein wenig Make up und fertig. Bevor ich aber ging, stellte ich meiner Suffnase Dingo noch Wasser und ein wenig Trockenfutter hin, natürlich ohne die kleinste Reaktion von ihm. Dieser Zustand dauerte übrigens genau 3 Tage und 3 Nächte an.

Endlich kam ich beim Standesamt an und fand auch gleich einen Parkplatz, allerdings im eingeschränkten Parkverbot, aber das eventuelle Knöllchen war mir in dem Moment nun wirklich egal. Ich hechtete die Stufen hoch bis zu dem Wartezimmer wo schon alle Teilnehmer versammelt waren und was hörte ich als ersten Satz von meinem Zukünftigen; ‚Na bist wohl nicht aus dem Bett gekommen‘. Boooaaaaah tief Luft holen und kein Wort darauf sagen, einfach runterschlucken ehe eine Bombe hoch geht. Wie es nun mal so auf Standesämtern ist, waren wir mit insgesamt 3 Pärchen anwesend und mussten warten bis wir herein gebeten wurden. Meine Omi, die mich immer nur anstrahlte saß auf einem der einfachen Stühle die in diesen Warteräumen standen, und kippte plötzlich mit ihm nach hinten. Die Beine hoch in die Luft und einem Gesicht als hätte sie den Teufel gesehen. Es wurde Mäuschenstill in dem Raum, Niemand wagte ein Wort zu sagen – Totenstille!!!

Dann auf einmal so, dass alle zusammenzuckten die schrille, aufgeregt hysterische Stimme meiner Omi, die mich fragte; ‚Hat man jetzt etwa meinen Liebestöter sehen können‘. Damit bekam der Tag eine Wende, alle lachten und die Stimmung war auf einmal so richtig schön und gelöst. Der morgendliche Stress fiel von mir ab und langsam kam die Freude auf die Trauung wieder auf und es konnte mir nicht schnell genug gehen. Ansonsten gab es keine Pannen mehr, wenn man mal davon absieht, dass ich in der Aufregung 2 mal mit meinem Mädchennamen unterschrieben habe – sah nicht gerade toll aus mit meinen 3 Unterschriften, aber das hat es wohl gebracht, denn heute sind wir 37 Jahre verheiratet. An einem Stück, ohne Trennungsjahre dazwischen wie es heute ja anscheinend so üblich ist. Wir hatten schöne aber auch sehr schwere Zeiten, aber wir haben immer miteinander kommuniziert und nicht einfach das Handtuch geworfen. Wir bereuen diesen Schritt bis heute, und sicher auch in der Zukunft nicht.

Ich liebe diesen für mich einzigartigen Mann!

Allerdings habe ich ein kleines Problem, denn es ist mein erster Hochzeitstag den ich ohne meinen Mann verbringen muss. Er muss heute ganz früh am Morgen zu einem geschäftlichen Termin nach München – gut dass meine Kinder noch bei mir wohnen, so bin ich wenigstens nicht den ganzen Tag und vor allem nicht am Abend alleine…

herzlichst Elke

 

 

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8 Antworten

  1. MoonLightShadow V

    Liebe Elke!Da schließe ich mich doch gerne an: Herzlichen Glückwunsch und alles alles Liebe und Gute!Es tut gut auch mal zu erfahren, daß es auch über so lange Jahre noch gut und glücklich sein kann – dann geht dieHoffnung auf den "Richtigen" nicht ganz verloren!Ganz viele liebe GrüßeVera

    28. September 2010 um 23:07

  2. Harald

    Liebe Elke, herzlichen Glückwunsch zum 37. Hochzeitstag. Heute ist es ja eher selten, dass eine Ehe so lange hält Umso schöner ist es zu hören, dass es noch sowas gibt. Ich wünsche Euche einen schönen Tag im Kreise Eurer Lieben.Liebe GrüßeHarald

    28. September 2010 um 18:44

  3. Ewa-Janina

    LIEBE ELKE , Wie schön ist so Lesen ,37 EHE :in Tiefen und Höhen Lebenslauf …Herzlichen Glückwunsch .Ganz Liebe grüße mit Herzlichen Umarmen für Euch Beiden .EWA.

    28. September 2010 um 12:24

  4. lis

    Liebe Elkewünsche Euch noch weitere glückliche 37 Jahre in Gesundheit und Freude aneinander und miteinander….Mit herzlichen Gruß Lis

    28. September 2010 um 12:02

  5. Josi

    Liebe Elke, herzlichen Glückwunsch zu Eurem Hochzeitstag.Es ist schön wenn man sich so lange kennt und immer noch zusammen ist.Im Februar nächten Jahr bin ich auch 45 Jahre verheiratet.Und habe bisher keinen Tag bereut. In guten wie in schlechten Zeiten.Ich wünsche Dir noch viele schöne Jahre mit Deinem Mann und Deiner Familie.Alles Liebe und Gute und liebe Grüße von Josi.

    28. September 2010 um 11:36

  6. Time

    Toll 37 Jahre … ja die Zeit verfliegt , wenn man glücklich ist ! Ich wünsche Euch Beiden alles Liebe ! LG TB

    28. September 2010 um 08:23

  7. Tina

    Herzlichen Glückwunsch!! Lange Kennlernphase…kicher…:-)Geniesst den Tag, wenn ihr wieder zusammen seid!

    28. September 2010 um 07:49

  8. - Pusteblume

    Liebe Elke, alles alles Liebe zu Eurem Ehrentag. Auch wenn Dein Liebster heute nicht bei Dir ist, wünsche ich Dir mit Deinen Kindern einen tollen Tag. Du und Dein Mann, ihr werdet den Tag bestimmt nachholen. Sei lieb gedrückt von Pubu

    28. September 2010 um 06:59

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