Tränen und Glück finden sich in der Stille…

Seltsam, im Nebel zu wandern…

 

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Diese Worte gefunden zu haben hat mich irgendwie sehr froh, aber auch betroffen gemacht.

Froh weil ich mein Innerstes, meine Gefühle, meine Seele in ihnen wiedergefunden habe…

Betroffen, weil mir bewusst wurde, dass sich nach meiner Erkrankung meine Gefühle, mein Seelenleben, mein „Ich“ verändert haben…

Es ist einfach so; ich habe mich stark verändert. Vielleicht ein wenig sensibler und feinfühliger für die Probleme anderer Menschen geworden, vielleicht neue, andere Prioritäten gesetzt, aber ganz sicher ein anderes Gefühl für mich selbst entwickelt.

Bin ich egoistischer geworden? Ja ich glaube schon, denn es gibt für mich nicht mehr nur die anderen, sondern ich nehme mich selber ein wenig wichtiger. Ich beschäftige mich mit mir, was ich vorher nie getan habe und ich erwarte, dass man auch mir zuhört und meine Gefühle wichtig nimmt.

Bin ich härter geworden? Ja, denn ich hinterfrage manches was ich früher ohne Zögern als wahr angenommen habe. Sei es Worte anderer oder das Geschehen in der Welt und reagiere entsprechend zum Unbehagen anderer.

Bin ich ein Ignorant geworden? Ja, denn ich habe mir, vielleicht unbewusst, einen Mantel als Schutz zugelegt. Ich verdränge nicht, aber ich lasse mich auf keine tiefergreifenden Gefühle ein, mit denen ich doch nichts ändern könnte, die mich viel mehr zu einem verbitterten Menschen machen würden.

Habe ich Angst vor der Zukunft? Ja, denn sie wird nicht besser sondern mehr und mehr bedrohlich für mich, für mein überleben. Jeden Tag ändert sich mein Zustand ohne dass ich darauf Einfluss nehmen könnte.

Habe ich Angst vor dem Sterben? Ja, denn ein bewusstes Sterben wird für mich Leiden sein dem ich nichts entgegen setzen kann. Ich werde bewusst Abschied nehmen müssen von den wichtigsten Menschen in meinem Leben und spüren, dass sie nicht loslassen können. Ihre Hilflosigkeit und ihr Schmerz, wird meine Hilflosigkeit und meinen Schmerz verstärken.

Habe ich Angst vor dem Tod? Ich weiß es nicht so genau. Ich dachte; ‚nein!‘
Durch meinen Glauben an eine nächste Dimension in die ich hinein sterbe und in der ich die Seelen geliebter Menschen erspüre, hat mir eine nicht erklärbare Sicherheit gegeben. Doch je mehr ich zwangsläufig über den Tod nachdenke desto öfter kommt auch ein Gefühl der Angst auf. Der Tod ist etwas so endgültiges, etwas das ich nicht kenne, etwas von wo ich nicht mehr zurück kann  wenn es mir unheimlich ist. Ich habe keinen Einfluss auf meinen Tod – ich muss ihn so annehmen wie er ist.

Möchte ich selber bestimmen, wann mein Tod eintritt? Nein, ich hätte den Mut nicht und würde an einer Entscheidung über den Zeitpunkt zerbrechen, was zur Folge hätte, dass ich nicht mit Würde dem Tod begegnen könnte. Ich wünsche mir noch ein wenig Zeit, aber wie viel? Ich weiß es nicht!

Bin ich froh gelebt zu haben? Ja trotz aller Ängste, denn ich habe auch die Liebe kennenlernen dürfen, die Liebe zu meiner Familie, aber auch die Liebe zu anderen Menschen und Dinge. Eine Empfindung die ich um keinen Preis missen möchte!

© by Elke/E.L.Sept.2010  


 

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2 Antworten

  1. Guido

    Der Verfasser des obenstehenden Gedichts ist Hermann Hesse (1905)

    22. Dezember 2011 um 01:50

    • Danke für die Information. Leider kann ich es im Eintrag nicht ändern, weil ich ihn als Bild erstellt habe. Allerdings werden die Kommentare auch gelesen und so wird der Verfasser auch bekannt.

      Wünsche Dir eine gesegnete Weihnacht…
      herzlich Elke

      22. Dezember 2011 um 02:08

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